Untersuchung in Neubau läuft nur schleppend
Schadstoffe: Eigentümer zögerlich

Der Betrieb in Neubau ruht schon seit 1962. Die Folgen der Produktion der ehemaligen Glasfabrik Beyer sind aber noch heute im Grund zu finden. Deshalb gab es vor Ort auch Bodenuntersuchungen, was den Anwohnern Sorgen bereitete. Die SPD wollte jetzt das Ergebnis der Nachforschungen wissen, bekam im Umweltausschuss aber nur eine Teilantwort.

Wie die Verwaltung mitteilte, gab es zwischen 2002 und 2004 schon einmal Untersuchungen. Ergebnis: Im Grund sind Schadstoffe, verursacht durch die Glasproduktion, auch eine Gefährung des Grundwassers sei nicht ausgeschlossen.

In der Folge sei der Eigner mehrfach aufgefordert worden, detaillierter untersuchen zu lassen. Er habe sich aber nicht gerade kooperativ gezeigt. Erst habe er gegen eine entsprechende Anordnung Klage eingereicht, die inzwischen wieder zurückgezogen sei. Und auch jetzt noch laufe es schleppend: Eine Untersuchung habe es inzwischen wohl gegeben. Die Ergebnisse lägen dem Umweltamt aber nur teils vor, auch ein Gutachten fehle noch, weshalb es noch keine abschließende Einschätzung geben könne. Wobei sich jetzt schon abzeichne, dass aufgrund der gemessenen Werte weitere Maßnahmen nötig würden, erklärte stellvertretender Amtsleiter Martin Hauser. Gleichzeitig betonte er, dass nichts auf eine akute Gefahr hindeute.

Trotzdem klängen die Teilergebnisse natürlich beunruhigend, zumal ja ein Biobauernhof in der Nähe sei, betonte Gisela Helgath (Grüne) nun im Ausschuss. Gabriele Laurich (SPD) erklärte, es sei wichtig, dass die Stadt Druck mache. Genau das hatte Rechtsdezernent Hermann Hubmann versprochen: "Wir stehen dem Grundstückseigentümer auf den Zehen." Dieser werde nun noch einmal aufgefordert, das Gutachten vorzulegen - verbunden mit der Androhung von Zwangsgeld. Auch wenn es damit also noch dauert, bis alle Fragen beantwortet sind, sah Oberbürgermeister Kurt Seggewiß die Gelegenheit gekommen, die Verwaltung zu loben. Sie sei es schließlich, die überhaupt erst die Messungen durchgesetzt habe, auf welche die Bürger dann aufmerksam geworden seien.
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