Unverbrüchliche Treue

Christian Seltmann (Zweiter von links) ehrt langjährige Mitarbeiter. 48 Jahre ist Helmut Spandl im Unternehmen. Bild: ske
Lokales
Weiden in der Oberpfalz
08.12.2014
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Es ist wie beim Chef: Christian Seltmann führt das Unternehmen seiner Familie. Auch die Mitarbeiter leben Porzellinertradition. Immer wieder fangen Auszubildende an, deren Eltern schon ihr Berufsleben der Herstellung von Porzellan gewidmet haben. Einige davon standen bei der Jubilarehrung im Mittelpunkt.

(ske) Die jährliche Jubilarehrung ist liebgewordene Tradition in vielen Unternehmen. Eine Anerkennung für verdiente Mitarbeiter, Verpflichtung für die Unternehmensleitung. Klingt vielleicht nach Erledigung eines Termins wie viele andere. Christian Seltmann bewies jedoch bei der Veranstaltung im Weidener Firmensitz, dass die Jubilarehrung für ihn deutlich mehr ist als ein Pflichttermin.

Feierlich, mit dem nötigen Ernst und doch zugleich mit sehr persönlichen Worten gelang es ihm, jedem der geehrten Mitarbeiter zu vermitteln, wie wichtig und wertvoll die Arbeit eines jeden einzelnen Mitarbeiters sei. Für das Unternehmen, den wirtschaftlichen Erfolg und den Fortbestand angesichts des Konkurrenzdrucks durch in- und ausländische Wettbewerber.

Ganze Generationen

Besonders stolz zeigte er sich im Beisein der Produktionsleiter Franz Fahrnbauer (Werk Weiden) und Christian Güntner (Werk Erbendorf) sowie der Betriebsratsvorsitzenden Alonzo Mention (Weiden) und Christa Kropf (Erbendorf) darüber, dass mittlerweile ganze Familiengenerationen bei Seltmann beschäftigt sind, immer wieder Kinder von Mitarbeitern im Unternehmen beginnen. Darin zeige sich der ganz besondere Charakterzug der Porzelliner: Sie stehen zu ihrem Unternehmen, ihrem Arbeitgeber, ihrem Arbeitsplatz und zu ihrem sehr besonderen und traditionsreichen Handwerk.

53 Auszubildende sind derzeit bei Seltmann in der Verwaltung und in den Betrieben beschäftigt. Vor ihnen liegt noch ein langes Arbeitsleben, das vielleicht auch mit Brüchen und Veränderungen verbunden sein wird. Im Unterschied dazu wurden 27 Mitarbeiter für langjährige Unternehmenszugehörigkeit geehrt.

25 Jahre im Unternehmen sind Reinhold Bösl, Markus Dobner, Cathrin Göttert, Claudia Hartmann, Markus Hecht, Bärbel Hornung, Sonja Köllner, Katrin Kühn, Thomas Kühn, Jürgen Mösch, Tülay Okudan, Klaus Pöllmann, Thorsten Potröck, Maria Reitinger, Norbert Rodler, Renate Rosner, Kerstin Schieder, Josef Schober und Claudia Schraml. Für 40 Jahre Betriebszugehörigkeit geehrt wurden Andreas Hoffer, Monika Kiener, Josef Knott, Rudolf Kummer und Werner Schubert.

Noch länger bei Seltmann beschäftigt sind Sibylle Neubauer (45 Jahre), Gerhard Kreissl (46 Jahre) und Helmut Spandl (48 Jahre). Betriebszugehörigkeiten, von denen Menschen in anderen Berufen oft nur träumen können. Und Christian Seltmann betonte in seiner Ansprache, dass die Geehrten mit ihrer Zuverlässigkeit Vorbild für alle Mitarbeiter seien, aufgrund ihrer Erfahrung ein Gefühl für das Material haben und die hergestellte Qualität beurteilen können.

Auch die moderne Robotertechnik, die bei der Produktion ihren Einsatz findet, funktioniere nur mit Mitarbeitern, die jahrelange Erfahrung einbringen und zudem in der Lage sind, High-Tech-Anlagen zu bedienen und zu programmieren. "Roboter alleine können letztlich gar nichts", betonte Christian Seltmann. Es sei von Vorteil für Seltmann, ausschließlich in Deutschland zu produzieren, es müsse nicht über lange Zeiträume hinweg disponiert werden, zeitnahe Lieferzeiten seien so möglich.

Umsatzplus trotz Druck

2014 sei es gelungen, trotz des Preisdrucks durch inländische Mitbewerber und fernöstliche Anbieter ein Umsatzplus in den Bereichen Haushalt, Hotel und Speisenverteilung zu erwirtschaften. Das Jahr werde mit einem Umsatzzuwachs abgeschlossen. "Insbesondere im Haushaltsbereich konnte die Marktpräsenz deutlich verbreitert werden."
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