Urteil gegen Rasenmäher-Diebe ist nun rechtskräftig
Berufung "rasiert"

Symbolbild: dpa
Im Mai letzten Jahres fasste die Polizei zwei junge Polen. Sie hatten in Sportheime, Schuppen und Garagen eingebrochen und Werkzeug, Bargeld und vor allem Aufsitz-Rasenmäher gestohlen. Diese machten sie dann zu Hause zu Geld. Geschädigt wurden Sportvereine in Pechbrunn, Hof-Gattendorf, Steinmühle (Mitterteich), Erbendorf, Thierstein, Reuth, Trogen und Rothenstadt um bis zu 35 000 Euro. Zudem entstand hoher Sachschaden.

Gegen das Urteil des Jugendschöffengerichts vom November legten die 21 und 22 Jahre alten Männer Berufung ein. Zwei Jahre und sechs Monate bzw. zwei Jahre und zehn Monate lautete das Urteil damals. Sie wollten mildere Strafen erreichen. Aber auch die Staatsanwaltschaft hatte Berufung eingelegt. Acht Monate mehr beim Jüngeren und zehn Monate mehr beim Älteren hätte Gruppenleiter Peter Frischholz für angemessen erachtet. Von Anfang an machte der Vorsitzende Richter der 3. Jugendkammer, Reinhold Ströhle, den Angeklagten wenig Hoffnung.

Nach Vorberatung mit Richter Peter Werner sei er überzeugt davon, dass das Strafmaß auf keinen Fall überzogen hoch sei. Im Gegenteil. "Wenn zwei Ausländer mit Lastwagen in Deutschland einfallen, um planmäßig auf Diebestour zu gehen", wäre auch eine höhere Strafe denkbar, sagte Ströhle.

Beim 22-Jährigen habe sich in der Zwischenzeit sogar herausgestellt, dass er wegen eines Wohnungseinbruchs in seinem Heimatland unter Bewährung gestanden hatte, als er die Taten in Deutschland verübte. Auch deshalb könne in der zweiten Instanz eine längere Freiheitsstrafe herauskommen. Angesichts dieser Sachlage nahmen die Männer ihre Berufungen zurück, worauf sich auch Staatsanwalt Frischholz zur Rücknahme bereit erklärte. Das Urteil wurde damit rechtskräftig.
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