Verhaltene Freude beim Wirtschaftsclub Nordoberpfalz über Behördenverlagerung
Im Zeichen des Fachkräftemangels

(cf) Mit gemischten Gefühlen sieht der Präsident des Wirtschaftsclubs Nordoberpfalz, Jürgen Spickenreuther, die Behördenverlagerung: "Vor zehn Jahren hätten wir uns deutlich mehr darüber gefreut." Im "Zeichen des Fachkräftemangels" befürchtet er einen zusätzlichen Wettstreit um qualifizierte Arbeitskräfte. Ausdrücklich zu begrüßen wäre hingegen eine schnelle Rückkehr von tausenden Lehrern und Beamten in die Oberpfalz.

Zu hohe Arbeitslosigkeit

Bei der Jahreshauptversammlung in der Gaststätte Postkeller beschwor Spickenreuther verstärktes "interkommunales Denken und Handeln" - und die Zukunfts-Ausrichtung der Nordoberpfalz als Bildungsregion. Kritisch hinterfragte der Präsident des Wirtschaftsclubs die "neuen Wege" der Stadt Weiden: "Macht die Stadt hier das Mögliche oder nur das Nötigste?" Die Veränderungen zeigten nach zwei Jahren zwar erste Erfolge, "aber so viel Zeit hat kein Unternehmen bei Einsparungen." Dasselbe gelte für den Arbeitsmarkt. Trotz guter Konjunktur gebe es immer noch zu viele jugendliche Langzeitarbeitslose in Weiden.

Bei der Arbeitsmarktinitiative der Stadt Weiden rügte Franz-Josef Einhäupl die Abwesenheiten des zuständigen "Paten", des ehemaligen Bundestagsabgeordneten Ludwig Stiegler. Nach dreieinhalb Jahren der auf vier Jahre angelegten Initiative sei die Arbeitslosenquote in Weiden "immer noch verdammt hoch". Die nächste Sitzung steht am 24. März an.

Helmut Hör beleuchtete die vor acht Jahren gegründete Initiative "Drei auf einem Weg im Herzen Europas": "Die Zusammenarbeit von Oberbürgermeister und Landräten in Weiden-Neustadt-Tirschenreuth hat sich deutlich verbessert." Die Nordoberpfalz definiere sich jedoch nicht nur über "Zoigl und Karpfen". Ein riesiges Potenzial mit zweistelligen Zuwachsraten erkannte Hör bei der Intralogistik mit jetzt bereits 5000 Arbeitsplätzen in der nördlichen Oberpfalz. Es könne jedoch nicht sein, dass der Norden der Oberpfalz die jungen Leute ausbilde, "und sie dann der Raum Regensburg abwirbt". Abwanderung vollziehe sich heute im Umkreis von 50 bis 80 Kilometern.

163 Mitglieder

Über eine "sehr ordentliche Kassenlage" berichtete Schatzmeister Rudolf Winter. Das von Christian Fröhlich betreute Online-Veranstaltung-Management-System nutzen inzwischen mehr als 90 Prozent der Mitglieder. Anton Braun berichtete von der Arbeit bei der Metropolregion Nürnberg ("den Mut noch nicht verloren"). Er bedauerte, dass die Ansprechpartner - etwa beim Forum Wirtschaft und Infrastruktur - "sehr schnell wechseln".

Cornelia Meichner informierte über die Mitgliederentwicklung. Nach neun Austritten (meist altersbedingt) und sieben Neuaufnahmen zählt der Wirtschaftsclub nun 163 Mitglieder, die rund 28 000 Mitarbeiter beschäftigen.
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