Verkehrswacht: Senioren im Blick

Kein Toter war in den Jahren 2013 und 2014 im Weidener Straßenverkehr zu beklagen: Vorsitzender Heinz Kumpf (Zweiter von links) und sein Team von der Ortsverkehrswacht Weiden erhielten von Stadträten und der Spitze der Polizei viel Lob für die Präventionsarbeit im Straßenverkehr. Bild: Dobmeier

Die Menschen werden älter. Entsprechend nehmen auch mehr Senioren am Verkehrsgeschehen teil. Kein Wunder, dass sie auch öfter an Unfällen beteiligt sind. Meist geht es um Missachtung der Vorfahrt. Die Ortsverkehrswacht hat reagiert.

195 Vorfälle mit Personen über 65 Jahren listet die Statistik in Weiden für das vergangene Jahr auf. Insgesamt lag die Unfallzahl bei 1261. Die Ortsverkehrswacht Weiden widmet sich verstärkt der Seniorenarbeit und veranstaltete das Programm "Ältere Menschen als Verkehrsteilnehmer".

Zur Jahreshauptversammlung der Ortsverkehrswacht begrüßte Vorsitzender Heinz Kumpf im Schützenhaus auch Polizeidirektor Klaus Müller, Dienststellenleiter Werner Ochantel von der Verkehrspolizeiinspektion und den Leiter der Verkehrsbehörde Markus Dippold. In seinem Bericht hob Kumpf hervor, dass in Weiden 2013 und 2014 keine Todesopfer zu beklagen waren. Allerdings stieg die Zahl der Verletzten von 51 auf 57, die der Schwerverletzten von 10 auf 14 beim Radverkehr. Die Zahl der Alkoholunfälle erhöhte sich von 26 auf 30. Unfälle wegen erhöhter Geschwindigkeit stiegen von 20 auf 35 Fälle an. Nur drei ereigneten sich dabei auf der A 93. Schulwegunfälle sanken erfreulicherweise von vier auf einen.

"Boxxenstopp" vorbildlich

Zu den Aktivitäten mit Präventionscharakter bei verschiedensten Personengruppen zählte der Vorsitzende unter anderem den "Boxxenstopp", Referate über Drogen und Alkohol in Schulen, die Aktionen "Toter Winkel" und "Sicher zur Schule und sicher nach Hause" mit den ABC-Schützen. Eine Ausflugsfahrt nach Karlsbad war der Dank an die Schulweghelfer.

Top ist die Jugendverkehrsschule mit Karlheinz Roßmann als technischem Leiter. Da nur ein Kurs "Könner durch ER-Fahrung" stattfand, sank die Mitgliederzahl auf 87. Aber Kontakte laufen zu weiteren Schulen, und es wird ein Anstieg erwartet, wie der Vorsitzende berichtete. Georg Hüttner galt das Lob für die Unterweisung junger Verkehrsteilnehmer durch die Polizeipuppenbühne.

Über die neuen Führerscheinrichtlinien, die am 13. Januar 2013 in Kraft traten, referierte Polizeifachlehrer Josef Argauer. Sie brachten nicht nur den auf 15 Jahre befristeten Führerschein mit sich, es fand auch eine Neuordnung der Führerscheinklassen statt. Grob unterscheidet man die Klassen A (Motorrad), B (Pkw) C (Lastkraftwagen), D (Kraftomnibusse), E (Anhänger), AM (Kleinkrafträder ), T und L (Zugmaschinen und selbstfahrende Arbeitsmaschinen für land- und forstwirtschaftliche Zwecke). Der Umtausch für alle Führerscheine auf EU-konforme Scheckkartendokumente muss bis zum 19. Januar 2033 erfolgen.

Vor einem Kauf eines Motorrades oder eines Trikes riet Argauer, sich das Beiblatt der Führerscheinstelle mit Informationen zu Gemüte zu führen. Sonst könne sich ein Auto- oder Motorradfahrer schnell wegen Fahrens ohne Fahrerlaubnis strafbar machen.

Karl-Heinz Schell überbrachte die Grüße von Oberbürgermeister Kurt Seggewiß und der anwesenden Stadträte Stefanie Sperrer und Hans Forster. Er lobte die wichtige Präventionsarbeit zur Sicherheit im Straßenverkehr, hinter der viel Arbeit stecke, wie man den Aktionen entnehmen konnte.

Mehr sichere Radwege

Im Ausblick wünschte sich die Ortsverkehrswacht sicherere Radwege in Weiden. Am 22. April 2016 findet eine kostenlose Veranstaltung zu Pedelecs für Senioren im Maria-Seltmann-Haus statt.
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