Vertrauensmann im Stalag

Harry Levy beschreibt das Stalag XIIIB wenig kritisch. Zuvor im Stammlager Lamsdorf fürchtet er um sein Leben: Levy schreibt von Krankheiten, Ratten, Dreck, überfüllten Baracken und kargen Rationen. In Weiden rumort ganz anderer Ärger: Die Häftlinge klagen über eine kleine Clique, die die Kontrolle über die Verteilung der Güter an sich gezogen hat. "Gut gekleidet und gut genährt und großzügig in einer eigenen Baracke untergebracht." Levy lässt sich zur Wahl des Vertrauensmanns aufstellen - mit Erfolg. Gewählt wird mit Stimmzetteln, ohne die Franzosen, die eigens organisiert sind. "Zunächst genoss ich meine neue Position. Dann wurden mir die Nachteile klar." Levy wird mit "langwierigen, oft unvernünftigen" Beschwerden konfrontiert. Das alles muss in einer lauten, überfüllten Baracke geklärt werden - "am Ende schlug ich mich mit meinen eigenen Waffen".
Weitere Beiträge zu den Themen: Kurz notiert (401138)April 2015 (8563)
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.