Vertrautes Terrain in der Fremde

In der nördlichen Oberpfalz fühlen sie sich "gut aufgenommen": Pfarrer Pennoraj Tharmakkan (links) und Pater Jacob Vazhapparampil (rechts) mit "Filmgespräch"-Moderator Peter Schönberger. Bild: Kunz

Im Film "Erntehelfer" dreht sich alles um den indischen Pfarrer Cyriac. In seiner fränkischen Gemeinde kommt ihm zunächst alles so fremd vor. Pater Jacab Vazhapparampil hatte in der Oberpfalz weniger Anpassungsschwierigkeiten.

Die christliche Botschaft sei überall die gleiche. So erklärt Pater Jacob Vazhapparampil, weshalb er als Seelsorger in seinen Pfarreien Maria Waldrast und St. Elisabeth so herzlich aufgenommen worden sei. "Mein Priesterberuf ist meine Waffe", sagte er bei den "Weidener Filmgesprächen" im Neue-Welt-Kinocenter. Dort wurde der Film "Erntehelfer" gezeigt. Eine Geschichte aus dem unterfränkischen 400-Seelen-Dorf Seinsheim, wo dem indischen Pfarrers Cyriac zunächst alles recht befremdlich erscheint. Es gibt kein Internet, aber viel Schnee. Die Straßenverkehrsordnung ist heilig, und die Menschen tanzen schunkelnd auf den Tischen. Cyriac ist einer von 500 Priestern aus Indien, mit denen die katholische Kirche in Deutschland dem Fachkräftemangel in den eigenen Reihen zu begegnen sucht.

"Kirche ist eine Familie"

"Erntehelfer" erzählt die Geschichte von Cyriacs Kampf um Anerkennung, aber auch die seines Ringens mit der Rolle als Priester angesichts der immer geringeren Bedeutung des Glaubens in Deutschland. Pfarrer Pennoraj Tharmakkan aus Tamilnadu in der südindischen Diözese Kottar hat diese Erfahrung nicht machen müssen. Seit 2010 ist er in Deutschland, seit 2012 betreut er als Seelsorger die Gemeinden Parkstein und Kirchendemenreuth. "Ich bin zufrieden. Ich fühle mich wohl hier," erzählte nach der Vorführung. Kirche sei für ihn kein Gemäuer aus Stein, sondern auf Menschen aufgebaut. "Kirche ist eine Familie."

Die Priesterkollegen aus den umliegenden Gemeinden würden ihm tatkräftig unter die Arme greifen. "Sie helfen mir." Was ihn besonders ermuntere, das seien die vielen Jugendlichen, die zu ihm kämen. In Parkstein gebe es viele Kinder, die aktiv ins Kirchenleben eingebunden seien.

Trotz der Sprachbarrieren habe er sich schon als Pfarrvikar in Eslarn sehr gut verständigen können. "Anfangs wurde ich gut aufgenommen. Jetzt werde ich angenommen." Auf dem Basaltkegel teile man sich die Aufgaben. "Jeder übernimmt Verantwortung. Ich setze auf Teamarbeit. Wir sind doch alle Mitarbeiter der Kirche." Pater Jacob, der seit 1995 in Deutschland wirkt, sieht den Einsatz indischer Geistlicher als "Bereicherung". Für die Menschen, für den Glauben. Seit 2013 ist er Seelsorger in Weiden. Moderiert wurde die Diskussion vom Vorsitzenden des Katholischen Erwachsenenbildungswerks, Peter Schönberger.
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