Verwirrspiel für Radfahrer

Ein Bild vom eigentümlichen Radwegeverlauf entlang der Pressather Straße machten sich am Dienstagabend Mitglieder des Vereinskartells Weiden-West um Vorsitzenden Hans-Jürgen Gmeiner (links). Bild: uz

Es ist "ein Durcheinander". So jedenfalls beschreibt das Kartell im Westen den Radweg an der Pressather Straße. Damit könnte aber bald Schluss sein. Bei einem Ortstermin deutete sich ein möglicher Ausweg an.

Ja, was denn nun? Mal verläuft er auf der linken Seite, dann wieder auf der rechten. Plötzlich setzt er aus und greift sich nach ein paar hundert Metern die andere Straßenseite. Am Radweg entlang der Pressather Straße wurde vier Jahrzehnte lang herumgewurschtelt. Nichts Halbes und nichts Ganzes. Deshalb trafen sich am Dienstagabend die Mitglieder des Vereinskartells Weiden-West an der Autobahnunterführung.

Eine Schikane?

"Das Kulturamt könnte hier eine historische Radwegeführung veranstalten. Das hier ist Straßenbaugeschichte", scherzte Bürgermeister Lothar Höher über den Zustand. Weniger lustig fand Georg Weiß die Radewegesituation im Sprengel. "Ich kann von den Radfahrern nicht verlangen, dass sie dort hinten über die Straße rüberfahren und da vorne schon wieder", erklärte er anschaulich mit Gesten. Weiß sprach von einer "Schikane für die Radfahrer". Deshalb habe er gemeinsam mit Kartellvorsitzendem Hans-Jürgen Gmeiner einen Plan Richtung stadteinwärts erarbeitet. Die Sachlage sei denkbar einfach, sagte Weiß: Ab der Tankstelle bis vor zur Tachauer Straße beim Eisen Knorr einen Seitenstreifen (Fahrradbedarfsspur) anlegen - "und jeder kann vernünftig fahren".

Seine Idee: Eine Streichung der Parkmöglichkeiten entlang der Straße - "die Autos können ja auch beim Containersammelplatz parken" - würde die Fahrbahn um 2,50 Meter verbreitern. Keiner würde sich in die Haare kriegen. Natürlich müsse dies alles gut durchdacht sein, machte Gmeiner deutlich. Auch die ansässigen Firmen müssten ein Wort mitreden dürfen.

"Wer Arbeit anbietet, muss natürlich auch das Recht haben, dass seine Mitarbeiter irgendwo parken können." Deshalb habe man mit Markus Dippold, dem Leiter der Verkehrsbehörde, und dessen Stellvertreter Klaus Hartung zwei Vertreter der Stadtverwaltung zum Ortstermin eingeladen. Hauptverwaltungs- und Umwelt- sowie Bau- und Planungsausschuss hätten gemeinsam beschlossen, kostengünstigen Seitenstreifen Priorität einzuräumen, erklärte Dippold. Allerdings seien Hauptverkehrsstraßen in die Stadt hinein favorisiert. Dies seien Adolf-Kolping-Platz, Bahnhofstraße und Nikolaistraße. Dippold: "Ich habe aber auch nichts gegen die Pressather Straße, weil es hier wirklich etwas verwirrend ist."

Nadelöhr beklagt

Höher: "Ich bin weder Radfahrer noch Planungsfachmann. Ich muss aber sagen: Wir brauchen eine einheitliche Lösung." Ein weiterer Punkt auf der Agenda war das Nadelöhr für Radfahrer, wenn diese vom Möbelhaus Sindersberger vor zur Aichingerstraße fahren. Die Sperre ist nach Ansicht des Kartells viel zu eng gesteckt. Vor allem Radfahrer im fortgeschrittenen Alter - auch Rollstuhlfahrer - täten sich unheimlich schwer, die künstliche Hürde zu passieren.
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