Viel mehr als Ferienprogramm

An einem Infostand beantwortete die Führungsriege des Jugendrings Fragen in eigener Sache - und stellte selber welche. Von links: Elena Hierold, Vorsitzender Tobias Reichelt, Katrin Karagounis und Florian Vogel. Bild: hfz

Der Stadtjugendring ist den Weidenern bestens bekannt. Und seine Aufgaben? Hmmm. Bei einer Umfrage in der Fußgängerzone kamen die Passanten dann doch gewaltig ins Grübeln.

Stadtjugendring? Na klar: Das sind doch die, die das Ferienprogramm auf die Beine stellen! Andere verbinden den Namen noch mit dem Jugendzentrum oder dem Kinderbürgerfest. Allerdings wissen viele Weidener auch überhaupt nicht Bescheid darüber, was der SJR so alles leistet. Das ergab eine Umfrage, welche die Vorstandsmitglieder vor Kurzem in der Fußgängerzone gestartet hatten. Konsequenz, laut Vorsitzendem Tobias Reichelt: "Wir wollen den Stadtjugendring als eigene Marke deutlicher in den Vordergrund rücken."

Rund 150 Fragebögen gaben Reichelt und sein Team an die Passanten aus, um zu erfahren, wie die Organisation überhaupt wahrgenommen wird. Drei Fragen sollten sie beantworten:

1. Kennen Sie den Stadtjugendring und seine Aufgaben? "Sehr viele kennen den Namen, wissen aber nicht genau, wie unsere Aufgaben aussehen", hat Reichelt erfahren. Drei Viertel der Befragten hätten einige Aufgaben genannt: Die meisten das Ferienprogramm, schon weniger das Betreiben des Juz und die Organisation des Kinderbürgerfests. Und die wenigsten wussten, dass sich der SJR an vorderster Front für Initiativen wie "Weiden ist bunt" und "Need No Speed" engagiert. Etwa 25 Prozent der Bürger, so Reichelt, hätten gar keine Aufgaben nennen können.

2. Die Organisationsform des Stadtjugendrings. Dass es sich beim Stadtjugendring um einen freien Träger der Jugendarbeit handelt, war einer Reihe von Passanten neu: Sie vermuteten im SJR eine "Abteilung der Stadt", wie der Vorsitzende erfahren musste.

3. Soll beim Stadtjugendring gekürzt werden? Nur vier Passanten waren dieser Meinung. "Darunter drei ältere Semester, die beim Juz sparen würden", berichtet Reichelt. Zudem habe eine Mitarbeiterin aus dem Rathaus die Ansicht vertreten: "Wenn wir sparen müssen, sollt ihr auch sparen." Mehr gefreut hat sich der SJR-Chef über andere Stimmen aus der Stadtverwaltung. "Die meinten: Gerade bei euch darf man nicht sparen."

Balsam auf die Seele für die Jugendring-Mitstreiter in Zeiten der städtischen Haushaltskonsolidierung. Schließlich stellt die Stadt auch ihre Unterstützung für die Arbeitsgemeinschaft der Jugendverbände auf den Prüfstand. Dies war der eigentliche Hintergrund des Ansinnens, mal ein allgemeines Meinungsbild einzuholen: Jeder soll wissen, wie vielfältig die Leistungen des Jugendrings sind. Die Umfrageergebnisse führen nun zu konkreten Verbesserungen: Die vielen einzelnen "Marken" und auch Homepages - u. a. Juz und Dance-Your-Style-Contest - sollen künftig unter der großen Überschrift "Stadtjugendring" firmieren.

So will der SJR seine Verhandlungsposition gegenüber der Stadt verbessern. Derzeit klappert die Führungscrew dazu die Stadtratsfraktionen ab. Vor den Haushaltsberatungen soll jedem Stadtratsmitglied klar sein, was Weiden am Jugendring hat. Und noch ein konkretes Ergebnis hat die Aktion in der Fußgängerzone: Wegen der großen Resonanz soll sie regelmäßig - "vielleicht zwei Mal pro Jahr" - wiederholt werden.

Auf Schautafeln informierte der SJR über Ziele und Aktionen. Kinder konnten sich schminken lassen. Und Juz-Mitarbeiterin Raimunda Brusokaite fügte der Aktion "Gesicht zeigen" einige neue Porträts hinzu. Reichelt: "Viele Passanten mussten wir gar nicht ansprechen. Sie sind von sich aus stehengeblieben und auf uns zugekommen." Jugendring? Das sind doch die, mit denen man sich prima unterhalten kann.
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