Viel zahmer als ihr Ruf

Wer schwitzt mehr, Herr oder Hund? Bbeiden hing jedenfalls nach einigen Runden die Zunge raus. Bild: gf

Das ändert aber nichts daran, dass kraftvolle Bulligkeit ein prägendes Rassemerkmal von Rottweilern ist. Da kennen Wettbewerbe kein Pardon.

Über 50 Rottweiler, von der jungen Baby-Klasse bis zu den versierten Veteranen, wurden bei der Oberpfalzsiegerschau auf dem Vereinsgelände der Rottweiler-Bezirksgruppe Amberg nahe Traßlberg vorgestellt. Als gut informiert erwies sich auch Bürgermeister Franz Birkl, der in seinem Grußwort diese Rassetiere als "Familienhunde, Freunde und treue Begleiter" bezeichnete.

Engagement, Ausdauer und Geduld seien gefragt, wenn ein Rottweiler verantwortungsvoll erzogen werden soll. Denn oft wird diese Hunderasse als gefährliche abgestempelt, das ist selbst den meisten Haltern dieser kräftigen Tiere bewusst. Ein kräftiger Rüde kann es schon auf gut 50 Kilogramm Lebensgewicht und 70 Zentimeter Schulterhöhe bringen. Etwas zierlicher sind die Hündinnen, aber auch sie sind immer noch kräftig gebaut.

Vom Gemüt her ruhig

Einen gut erzogenen Rottweiler bringt nichts aus der Ruhe, schwärmen Liebhaber dieser Rasse. Er kontrolliere stets die Lage um sich herum, orientiere sich, was Frauchen oder Herrchen gerade mache. Wittert ein Rottweiler eine von einer Person ausgehende Gefahr, so der Rat von Kennern, sollte man stocksteif stehenbleiben und nur noch möglichst leise atmen. Die Amberger Rottweiler-Bezirksgruppe gibt es seit über 30 Jahren, ihr Vereins- und Übungsgelände liegt an der Straße von Traßlberg Richtung Altmannshof.

Klare Zuchtvorgaben

Über 50 Rassetiere aller Altersklassen wurden bei der 9. Oberpfalzsiegerschau vorgestellt. Nach einem Gesundheitscheck von Zuchtrichter und Körmeister Uwe Petermann standen andere Kriterien im Mittelpunkt des Wettbewerbs. Der Körperbau etwa, dessen Proportionen sowie die Zeichnung und der Zustand des Fells, das auf dem Rücken tiefschwarz und am Bauch braun sein muss, um den Zuchtvorgaben zu entsprechen.

Der Zuchtrichter beurteilt auch das Gebiss, die Ohren und Pfoten oder, wie weit die Lefzen über den Unterkiefer hängen. Die Tiere werden auch in ihrer Gehmotorik begutachtet oder beim Führen an der Leine. Schwerstarbeit liefern die Animateure ab, wenn sie mit Lieblingsspielzeugen die Aufmerksamkeit ihrer Hunde wecken wollen, um das Tier "gut dastehen" zu lassen.

Wer die Rasse züchten will, braucht Tiere mit guten Bewertungen bei derartigen Schauen. Deshalb waren auch Teilnehmer aus Italien und angrenzenden osteuropäischen Ländern nach Traßlberg gereist. Hat der Zuchtrichter alle Tiere begutachtet, geht es mit der gesamten Gruppe im flotten Tempo rund und dann wird aussortiert, bis der Klassenseiger übrig bleibt. Oberpfalz-Jugendsieger wurde der zweieinhalb Jahre alte Karl von der Crossener Ranch, Filly vom Hause Leroy - ein Jahr als - gewann die weibliche Jugendklasse. Komtesa Galie Terezsky Dvur (zwei Jahre) wurde zur Oberpfalzsiegerin gekürt. Als schönsten Hund der Schau und damit Oberpfalzsieger bewertete der Punktrichter den knapp zwei Jahre alten Rüden Snupy vom Haus Drazic.
Weitere Beiträge zu den Themen: Juli 2015 (8666)
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.