Viele Fragen führen nach Berlin

Die Antworten von Uli Grötsch (hinten, Vierter von links) waren für 15 "Kepler"-Schüler das Ticket nach "Berlin als Lernort". In einer Pressekonferenz, die der Schüler Simon Grajer (hinten, Dritter von links) leitete, sagte der SPD-Politiker über seine Wahl als Bundestagsabgeordneter: "Das Leben hat sich seither in allen Lebensbereichen geändert." Bild: Dobmeier

Die Hauptstadt als Lernort. Dafür entschieden sich 15 Schüler des Kepler-Gymnasiums. Doch wie nur kommen sie nach Berlin? Eine Pressekonferenz kann helfen.

Viel Recherchearbeit mussten die 15 Teilnehmer des P-Seminars Geschichte/Sozialkunde dafür vorab leisten. Das taten sie mit Erfolg. Am Ende organisierten die Elftklässler des Kepler-Gymnasiums ihre viertägige Reise in die Bundeshauptstadt Anfang Oktober mit historischen und kulturellen Höhepunkten selbst.

Bereits seit der 10. Jahrgangsstufe leisteten die Pennäler wöchentliche Arbeit für das Seminar. Dabei erfuhren sie, dass eine Pressekonferenz mit einem Bundestagsabgeordneten eine Bedingung war, um Reisezuschüsse zu erhalten. Nur so sei die Reise politisch motiviert. Darum hielten die Schüler einen Fragenkatalog bereit, den Bundestagsabgeordneter (MdB) Uli Grötsch am "Kepler" unter der Moderation von Schüler Simon Grajer beantwortete.

Politiker werden nicht reich

Dabei erfuhren sie unter anderem mehr über Grötschs Einkommensverhältnisse. Stephan hatte hierzu recherchiert und nannte Zahlen: Bei 8500 Euro würde das Einkommen - mit diversen Zulagen und steuerfreien Sachleistungen - von Bundespolitikern liegen. "Wer glaubt, dass man als Bundestagsabgeordneter reich wird, hat sich geschnitten", sagte Grötsch dazu und argumentierte.

Von der Kostenpauschale und Abgeordnetenentschädigung müssen je zwei Mitarbeiter im Weidener und Berliner Büro bezahlt werden. Die Medien wirken als Kontrollorgan und Grötsch habe außer kommunalpolitischen Ämtern wie im Gemeinde- oder Kreistag keine Nebeneinkünfte. Büroausstattung, Miete, viele Spenden und 250 Glückwunschkarten im Monat schlagen zudem zu Buche.

Angefangen hat Grötschs Politiker-Karriere bei den Jusos. 1994 kam er über sie in die Politik. Auf Vorschlag der SPD-Delegierten nominierte die Partei ihn als Nachfolger von MdB Werner Schieder. Heute gliedert sich der Arbeitsalltag Grötschs als Bundespolitiker in die Bereiche Sitzungs- und Wahlkreiswoche, erfuhren die Gymnasiasten.

Warum Grötsch in die SPD eingetreten ist? "Wegen der größten Schnittmenge mit sozialdemokratischen Ansichten", sagt der Politiker, der einst Polizeibeamter war. Heute sind vornehmlich Aufgaben im Innen- und Tourismusausschuss sowie die AG Rechtsextremismus die Anliegen des Waidhausers. Aus bayerischer Sicht beschäftigt ihn der Lärmschutz an der geplanten elektrifizierten Bahntrasse, Fracking und der Stromtrassenausbau.

Oberstudienrat Stefan Niedermeier, der P-Seminar-Betreuer, lobte die Zusammenstellung des Berlinprogrammes, in dem die Schüler nun als eigene Fremdenführer aufgetreten waren. Sie haben sich zudem Unterkünfte und Restaurants selbst ausgesucht. So führte die Fahrt Anfang Oktober zu History Points wie dem Kudamm, dem Reichstag und dem Kanzlerviertel mit Spaziergang. Es ging zum Ostberlin-Tag mit Hohenschönhausen, ins Alex- und Nikolaiviertel, jüdische Museum sowie in die Gedenkstätte des deutschen Widerstandes. Und die Schüler nahmen an den Feierlichkeiten zum Tag der Deutschen Einheit teil.

Eine würdige Hauptstadt

Damit taten die Schüler genau das, was Grötsch ihnen bei der Pressekonferenz wünschte: "Genießen Sie die Berlinfahrt, in einer vielfältigen kosmopolitischen und würdigen Hauptstadt."
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