Viele Weidener bieten Flüchtlingen Hilfe an: Jetzt Kräfte bündeln - Mittwoch Infoabend
"Netzwerk der Mitmenschlichkeit"

Anderswo gehen Menschen gegen "Überfremdung" auf die Straße. In der Max-Reger-Stadt setzen sich zahlreiche Bürger an einen Tisch, weil sie Flüchtlingen helfen wollen. "Erfreulich viele" Weidener hätten sich in den vergangenen Wochen gemeldet und ihre Hilfe angeboten, erzählt Veit Wagner vom Arbeitskreis Asyl. Nun sollen die Kräfte gebündelt werden - in einem "Netzwerk der Mitmenschlichkeit", wie Wagner sagt. Oder, so der offizielle Name: einem "Netzwerk Asyl". Geknüpft wird es bei einem Infoabend am Mittwoch, 14. Januar, ab 20 Uhr im Pfarrheim St. Josef.

"Es geht darum, Struktur reinzubringen, Aktionen abzusprechen, sich besser auszutauschen. Es gab schon einige Aktionen für Asylbewerber, aber wir haben nie so richtig gewusst, was die anderen machen", erklärt Hans-Peter Pauckstadt-Künkler, der evangelische Pfarrer von Rothenstadt und Etzenricht. Ein koordiniertes Vorgehen werde um so wichtiger, je mehr Flüchtlinge nach Weiden kommen. Etwa 230 sind gegenwärtig in der Max-Reger-Stadt untergebracht - es könnten leicht doppelt so viele werden. Das Angebot, sich ins "Netzwerk Asyl" einzugliedern, gilt jedoch auch für Landkreisbürger.

Info-Broschüre erstellen

Wie können sich die Mitglieder einbringen? Wagner erzählt von einer ersten Ideensammlung: "Begegnungsfeste, Wanderungen, gemeinsames Kochen, Behördengänge ..." Einige Bürger erteilten den Flüchtlingen unentgeltlich Sprachunterricht, fungierten als Dolmetscher, betreuten Kinder. "Es tut sich schon einiges", meint der Stadtrat. "Fragt sich, ob es ausreicht." Das Netzwerk will eine Info-Broschüre erstellen, aus der ersichtlich ist, wer welche Dienste anbietet. Für die juristische Beratung wäre beispielsweise Jost Hess vom AK Asyl zuständig. Pauckstadt-Künkler: "Damit muss nicht jeder, der sich engagieren will, bei Null anfangen."

Rund 50 Interessenten erwarten die Netzwerk-Organisatoren - neben dem AK Asyl und den evangelischen Gemeinden auch die Pfarreien St. Josef und Herz Jesu/St. Johannes - zum Infoabend am Mittwoch. Zunächst erfahren sie Wissenswertes zu den Grundlagen des Asylrechts und der Situation in Weiden. Dann sollen sie über Ideen diskutieren und "Strukturen der Hilfe" entwickeln.

In Weiden, meinen die Macher, herrsche ein aufgeschlosseneres Klima als anderswo. "Fast gar nichts Negatives" hat Wagner bisher in Verbindung mit dem Thema Asylbewerber gehört. Pfarrer Pauckstadt-Künkler: "Die Arbeit des Arbeitskreises Asyl über Jahrzehnte hat sicher dazu beigetragen, Verständnis zu wecken."
Weitere Beiträge zu den Themen: Januar 2015 (7957)
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.