Vier Hunde bei 31 Grad ohne Wasser in Weidener Garten: Nachbarn helfen
Jaulen ruft Polizei auf den Plan

Die Schüssel ist leer, aber keine Angst: Es steht noch ein Eimer mit Wasser im Garten, den hilfreiche Nachbarn herbeigeschleppt haben. Bild: kzr
Weiden. (ps/kzr) So viel steht fest: Die Hunde hatten enormen Durst. Kein Wunder, bei rund 31 Grad am Dienstagmittag. Die Wasserschüsseln waren leer. Wie lange das bereits der Fall war, das wird sich nach Angaben von Polizeipressesprecher Karl Gaach im Nachhinein allerdings nur schwer nachweisen lassen. Nachbarn alarmierten jedenfalls um 11.44 Uhr die Ordnungshüter, weil die vier Hunde - zwei Huskys und zwei Malteser - bereits seit Stunden jaulten.

Leute aus der Nachbarschaft waren es auch, die den Tieren einen Eimer Wasser reinstellten und dann noch Schüsseln für die kleineren Vierbeiner. "Die Hunde haben gut zwei bis drei Liter Wasser getrunken. So einen Durst hab' ich noch nicht erlebt", erzählt eine Frau aus der Helferschar, die selbst Hundehalterin ist. Auch Fressen befand sich laut Zeugenaussagen nicht im Hausgarten, in dem sich die Hunde angeblich fast ausschließlich aufhalten. Das Futter brachte ebenfalls eine Helferin.

Wesentlich weniger spektakulär klingen die Angaben der Hundeführerin von der Polizei, die sich nach Angaben von Gaach um den Fall annahm. Sie bestätigt zwar, dass die Wassernäpfe der Tiere leer waren. Ansonsten seien die Vierbeiner - sie dürften nach ihrer Schätzung alle etwa vier bis fünf Jahre alt sein - aber wohlgenährt. Gaach: "Nichts deutet, darauf hin, dass sie seit längerem ohne Fressen waren. Sie haben auch einen Schattenplatz im Garten."

Dass die Hunde bereits seit 6.30 Uhr morgens oder - wie eine andere Nachbarin geäußert hat - schon seit dem Vorabend lautstark gejault haben, könnte laut Gaach viele Gründe haben. "Wir haben selbst eine Hundedame. Die hat vor kurzem gejault, weil sich ein Igel außen am Zaun rumgetrieben hat und sie unbedingt zu ihm raus wollte." Daneben gebe es natürlich noch viele andere mögliche Erklärungen.

Der Sohn der Hundehalterin befand sich übrigens im Haus. "Der ist zur Salzsäule erstarrt, als er die Kollegin sah und hatte vermutlich noch geschlafen", berichtet der Pressesprecher und fügt erklärend hinzu: "Er ist im Teenager-Alter." Die Hundehalterin selbst wurde am Arbeitsplatz informiert. Die Polizistin wird einen Bericht an das Veterinäramt schicken. "Schlimmstenfalls droht ein Ordnungsgeld von der Stadt." Für den Fall, dass es sich bei den Haltern tatsächlich um Angehörige der US-Armee handelt, wie zu hören war, versichert Gaach: "Dann werden Verstöße an die amerikanischen Behörden gemeldet, und deren Strafen sind unter Umständen empfindlicher als die von deutschen Kommunen."
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