Vier Oktaven gegen Drogen

Wenn Markus Engelstädter und Band mit "The Magic of Queen" auftreten, ...

Schrille Klamotten, Stöckelschuhe und Schnurrbart braucht es nicht. Das Benefizkonzert "The Magic of Queen" berauscht auch so 900 Besucher - zweieinhalb Stunden ohne Pause. Denn der Drummer muss zum Flieger. Am nächsten Abend spielt er in New York.

Es geht am Freitagabend nicht nur um die Musik. Es dreht sich vor allem auch um Magie. Um den Zauber von Freddie Mercurys musikalischem Erbe. Ebenso um die ganz besondere Stimmung, die entsteht, wenn Gutes getan wird. Denn "The Magic of Queen" ist nicht nur eine Hommage an eine der besten Rockbands der Musikgeschichte. Nein, es geht auch um Drogenprävention.

Wie der Präsident des Lions-Clubs Goldene Straße, Thomas Kühn, vor dem vom Medienhaus "Der Neue Tag" präsentierten Benefizkonzert betont, unterstützen sein Serviceclub und Markus Engelstädter die Aktion "Need no Speed", eine Initiative, die sich gegen den Konsum von Crystal Speed wendet.

Starker Auftritt in Jeans

Natürlich sind die allermeisten der 900 Besucher allein wegen Engelstädter und seiner großartigen Band in die Max-Reger-Halle gekommen. Vor allem aber, um die Songs von "Queen" zu hören. Ein Gig, der ohne schrille Klamotten, Stöckelschuhe, Schnurrbart und feudale Ornamente auskommt. Engelstädter braucht diesen Schnickschnack nicht.

Dunkle Jacke, später Jeans. Der gebürtige Pressather will gar nicht wie Freddy aussehen. Ihm genügt seine Vier-Oktaven-Stimme, um sich gesanglich und vor allem eigenständig mit der doch eine Spur überdrehteren Ikone aus Sansibar messen zu können. Einen ersten Beweis liefert er mit dem Opener "A Kind of Magic". Ein starker Auftritt. Das Publikum ist vom Hocker.

Rund 900 Besucher feierten am Freitag in der Max-Reger-Halle in Weiden beim Benefizkonzert des Lions-Club Goldene Straße. Bilder: Helmut Kunz

Es geht Schlag auf Schlag. Ergreifende Balladen. Opulente Rocksongs. "I want it all", "Under Pressure", "I was born to love you". Eine Pause ist nicht drin. Das Konzert muss in einem Aufwasch durchspült werden, weil Drummer Gerwin Eisenhauer gleich danach zum Flieger muss. Der Schlagzeuger hat am nächsten Abend ein Gastspiel in New York.

Der Sound kommt kräftig und glasklar. Engelstädter und Band haben knapp zweieinhalb Stunden lang Zeit, all die Super-Hits abzuhandeln. "Who wants to live forever", I want to break free", "Somebody to love". Es gibt keine Grenzen. Allenfalls kurze Pausen. Bei "Bohemian Rhapsody" zum Beispiel, wenn man sich das Original per Video als Unterstützung anfordert.

Tollhaus Max-Reger-Halle

Die Bühnenshow ist musikalisch perfekt durchgestylt, das Licht beeindruckend, das Programm gut durchmischt. Jeder Song findet seine Abnehmer. Manche lassen den Saal zum Tollhaus werden. Engelstädter ist zweifelsohne der Liebling der Fans, lässt aber auch seinen Musikern Raum für Soli und Interpretationen. Kein Queen-Konzert ohne "The Show must go on", "We will rock You" und "We are the Champions". Und da sind sie schon wieder, diese Gefühlsausbrüche. Was von diesem Abend bleibt, ist nicht allein die Drogenprävention. Nein, was bleibt, sind tolle Musik, Spaß und Party.
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