Vier W-Fragen zu West IV

Wann zündet bei der Entwicklung des neuen Gewerbegebiets welche Stufe? Was kostet das alles? Karl Bärnklau (Grüne) will's genau wissen. Doch verlässliche Antworten sind noch gar nicht möglich.

"Was, wann, wo, womit?" Vier W-Fragen zum Gewerbegebiet Weiden-West IV, von denen längst nicht alle geklärt sind, stellt Karl Bärnklau fest. Am Projektplan der Verwaltung vermisst der Grünen-Fraktionschef insbesondere "zumindest eine grobe Terminvorstellung, eine grobe Kostenschätzung", wie er in der Stadtratssitzung monierte. Nach dem Bürgerentscheid sei es dafür noch zu früh, gab Kämmerin Cornelia Taubmann zu verstehen. Und OB Kurt Seggewiß rüffelte den Grünen: "Ich höre bei Ihnen immer so einen misstrauischen Unterton."

Vorher hatten Projektleiterin Taubmann und Dipl.-Ing. Reinhard Brodrecht (Gesellschaft beratender Ingenieure) die nächsten Schritte hin zum neuen Gewerbegebiet geschildert. So die Gründung einer Lenkungsgruppe im Rathaus, deren Besetzung nun für Irritationen sorgte: Im Verwaltungsbericht ist Baudezernent Hansjörg Bohm nicht aufgeführt. Auf Nachfragen musste der Oberbürgermeister gleich mehrmals versichern, dass Bohm in der Aufstellung lediglich vergessen worden sei und "selbstverständlich" dem künftigen Gremium angehöre.

Das Ratsbegehren bezeichnete SPD-Fraktionsvorsitzender Roland Richter als richtigen Schritt: "Da steckt ein klares Votum, ein klares Quorum dahinter, hier die nächsten Schritte zu gehen." Richter versicherte, Bürgerbedenken "sehr ernst" zu nehmen - auch bei der Frage, welche Unternehmen auf dem Areal ansiedeln werden. "Wir wollen keine Lagerhallen oder Abstellplätze, sondern qualitativ hochwertige Unternehmen." Wie auch Alois Lukas (CSU) forderte der Genosse "eine zügige, entschlossene Entwicklung des Gewerbegebiets". "Wir brauchen die Flächen", betonte Lukas.

Die Vorbehalte der Bürger in Weiden-West artikulierte Hans-Jürgen Gmeiner (CSU): "Wir sind die Leidtragenden." Schon jetzt gebe es Verkehrsprobleme. Zudem forderte Gmeiner, die Hochwasserfreilegung so durchzuziehen wie geplant und nicht auf das Regenrückhaltebecken in West IV zu warten. Dies sei bereits auf den Weg gebracht, antwortete Taubmann. Bei der Entwicklung des Gewerbegebiets, so Gmeiner weiter, solle sich die Stadt zunächst auf den westlichen Teil "West IV/2" konzentrieren. Der vergleichsweise kleine Abschnitt "West IV/1" müsse "mit Sorgfalt" behandelt werden, weil er direkt an die Wohnbebauung heranreiche.

Bärnklau erklärte, das Ergebnis des Bürgerentscheids zu respektieren. "Die Bürger haben sich für die Zukunft Weidens entschieden", sagte Stefan Rank (Bürgerliste). Er forderte die Abgeordneten auf, sich bei den Grundstücksgeschäften für eine für Weiden günstige Lösung stark zu machen.

Einen genauen Zeitplan konnte den Stadträten auch Dipl.-Ing. Brodrecht nicht präsentieren. Stattdessen diese Aussage: "Bevor wir die großen Bagger anrollen lassen, fließt noch viel Wasser den Weidingbach und die Schweinenaab hinunter." Die Räte forderte er auf, ihm den Rücken zu stärken. Und: "Bleiben Sie geschlossen. Dann werden wir geschlossen Erfolg haben."
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