Vize-Ministerpräsidentin reagiert auf Klagen des Haus- und Grundbesitzervereins
Ilse Aigner ruft Härning zurück

Wirtschafts-, Energie- und Technologieministerin Ilse Aigner reagiert auf die Kritik des Haus- und Grundbesitzervereins Weiden, der sich gegen die Monster-Stromleitungstrassen wendet. Bild: Kunz

Die Berichte im Neuen Tag und das Beschwerdeschreiben an Ministerpräsident Horst Seehofer über die Monster-Stromleitungstrasse zeigen Wirkung. Die Staatsregierung reagiert. Ilse Aigner ruft in der Geschäftsstelle des Haus- und Grundbesitzervereins Weiden (HGVW) zurück, meldete sich bei Vorsitzendem Willibald Härning.

Zur Vorgeschichte: Härning hatte nur eine halbherzige Antwort aus dem Bayerischen Wirtschaftsministerium erhalten. Er hatte nachgefragt, ob denn die Starkstromleitungen entlang der A 93 durch die Oberpfalz geplant seien. Das Schreiben ergänzte Härning mit dem Ergebnis der Unterschriftenaktion gegen die Starkstromleitungen. Nun staunte Härning nicht schlecht, als in der Geschäftsstelle das Telefon klingelte und Staatsministerin Ilse Aigner am anderen Ende der Leitung war. "Sie wollte sich mit mir über die Starkstromleitungen unterhalten und den aktuellen Stand der Dinge erläutern."

Wie die stellvertretende Ministerpräsidentin berichtete, sei die Regierung sogar der Anregung nachgegangen, die Leitungen in Flussläufen zu verlegen. Dies sei nicht möglich.

Kampf um Eigentum

Härning hatte der Ministerin gegenüber das Verantwortungsgefühl des Haus- und Grundbesitzervereins gegenüber seinen Mitgliedern deutlich hervorgehoben: "Wir kämpfen für den Erhalt unseres Eigentums. Es ist bewiesen, dass diese Leitung zur Wertminderung unserer Häuser führt, zur Abwanderung und überdies zu gesundheitlichen Schäden." Er habe der Ministerin klar gemacht, dass sich der HGVW keinesfalls widerstandslos Starkstrommasten vor die Nase setzen lassen werde.

Die Staatsregierung dürfe nicht glauben, in der Nordoberpfalz weniger Widerstand erwarten zu dürfen, nur weil die Gegend bevölkerungsmäßig ausgedünnt worden sei. "Die Leitungen einfach weiter östlich zu verlegen, das werden die Leute hier niemals akzeptieren." Aigner wiederum habe betont, so Härning, dass noch einige Zeit ins Land ziehen werde, bevor endgültige Entscheidungen getroffen werden würden.

Härning: "Sie hat gesagt, dass man die Zeit nutzen wolle, nach Alternativlösungen zu suchen. Die Forschung schlafe nicht." Seiner Einschätzung nach hätten sich die Anstrengungen des Vereins gelohnt. "Wir haben das Schlimmste wohl abgewehrt. Die Leitung kommt vielleicht doch nicht zu uns." Dafür habe aber die Ministerin ihr baldiges Kommen zugesagt. "Sie hat versprochen, unsere Geschäftsstelle zu besuchen."
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