Vohenstrauß als neue Ausgabestelle - Viele Einzelpersonen in Kartei - Noch Spenden für ...
Tafel expandiert weiter in den Landkreis

Vorsitzender Josef Gebhardt (links) freute sich, dass Bürgermeister Andreas Wutzlhofer (Dritter von links) die Tafel in Vohenstrauß unterstützt. Er dankte auch den Weidener Stadträten für die Solidarität. Bild: Dobmeier
Weiden. (rdo) "Es stimmt nachdenklich, dass es in einem der statistisch reichsten Länder der Welt wie Deutschland eine Organisation wie die Tafeln überhaupt braucht", stellte Grünen-Stadtrat Karl Bärnklau bei der Jahreshauptversammlung der Weidener Tafel fest. Er lobte die 70 ehrenamtlichen Helfer, die den Betrieb im Laden am Stockerhutweg managen.

Als Gast aus dem östlichen Landkreis bezeichnete sich Bürgermeister Andreas Wutzlhofer aus Vohenstrauß als "infiziert vom Virus der Tafel". Auch im Landkreis Neustadt/WN werden bereits 219 Bürger von der Tafel versorgt. Seit Februar gibt es eine Ausgabestelle in Vohenstrauß. Die Zahl der Berechtigten, die sich dienstags mit Lebensmittelkörben versorgen, ist auf 40 angestiegen. "Es geht um Menschen, die nicht auf der Sonnenseite des Lebens stehen." Eine weitere Ausgabestelle gibt es in Mantel.

Auf ein sehr aktives Jahr blickte Vorsitzender Josef Gebhard zurück. "Es wurde ein Full-Time-Job." Er dankte seinem Team und allen Spendern, den Lieferanten und Firmen. Transport, Lagern und Sortieren würden täglich große Anstrengungen erfordern. Im Dezember erfolgte die Ausgabe von durchschnittlich 200 Körben pro Öffnungstag.

Um den Anstieg zu meistern, nimmt die Tafel demnächst ein zweites Kühlfahrzeug in Betrieb, das mit 40 000 Euro aus Eigenmitteln finanziert werden muss. Spender können sich noch einbringen. Als größte Einnahmequelle nannte Kassier Gerhard Landgraf die Gebühren von zwei Euro in Weiden und drei Euro in den Außenstellen. Es laufen Überlegungen, die Abgabegebühr für größere Bedarfsgemeinschaften anzupassen, um die große Warenkörbe zu erhalten. Gebhardt legt Wert auf Gerechtigkeit und arbeitet unbürokratisch mit Sozialorganisationen zusammen, um bei akuten Notlagen Waren sofort abzugeben. Kontrollen der Warenempfänger verhindern Missbrauch und tragen zum Ansehen bei. Gut angenommen werde die Kulturtafel mit Freikarten für Sport- und Kulturveranstaltungen. Die Politik stehe hinter der Tafel, betonte Bürgermeister Jens Meyer für die sechs Stadträte, die bei der Versammlung zu Gast waren.

Von den 810 Abholberechtigten sind fast die Hälfte Alleinstehende, etwa ein Viertel sind Rentner mit Grundsicherung. Die Tafeln versorgen aber auch Familien mit bis zu sieben Kindern, erläuterte Gebhardt.

In der Altersgruppe der 18- bis 40-Jährigen ist der Anteil an Asylsuchenden groß. Mit dem Wegfall der Essenspakete werden die Flüchtlinge bei der Tafel mit versorgt. Größte Gruppe stellen die 41- bis 65-Jährigen, meist ALG II-Bezieher mit dramatischem Verlust der Sozialstatus bei Arbeitslosigkeit und Scheidung.
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