Vojtech Franta: Grenzen abreißen
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Vojtech Franta. Bild: hfz
Das kleine Marienbad ganz groß in den tschechischen Medien. Die Mikros und Kameras richteten sich auf den neuen Bürgermeister der Weidener Partnerstadt in Tschechien, auf Vojtech Franta . Der parteilose Architekt kandidierte auf der Liste der Piraten und enterte damit den Rathaus-Sessel. Er startete auf einen der unteren Plätze und wurde von den Wählern "nach vorne katapultiert", wie er sagt. Seit Mittwoch ist Franta der erste und bislang einzige Piraten-Bürgermeister in seinem Land. Marienbad sorgte damit für eine der größten Überraschungen bei Kommunalwahlen.

Im Gespräch mit Radio Prag betonte der erst 29-Jährige, dass es sein größtes Anliegen sei, die Stadt (etwa 13 000 Einwohner) für die jungen Bürger attraktiv zu machen. Der einst mondäne Kurort kämpft mit massiver Überalterung. Kritisch sieht er die Veränderungen bei den Kurgästen. Auch hier gelinge es nicht, jüngere Besucher zu gewinnen. Zugleich versuchen die Marienbader Hotels, die Touristen durch ihr eigenes Angebot "im Haus" zu halten, so dass die Kureinrichtungen zu wenig ausgelastet seien.

Der junge Bürgermeister, der dem Bürgerdemokraten Zdenek Kral (seit 2006 im Amt) nachfolgt, engagierte sich seit langem auf zivilgesellschaftlicher Ebene.

Er kündigt an, enge Kontakte nach Deutschland, zu den benachbarten Landkreisen, zur Euregio Egrensis und zur Partnerstadt Weiden zu pflegen. "Wir wollen die Grenzen also tatsächlich abreißen."
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