Volkstrauertag auch im Zeichen der Anschläge von Paris - Seggewiß erinnert an Partnerschaft mit ...
Vom Terror nicht terrorisieren lassen

Nicht nur Schülerinnen der Sophie-Scholl-Realschule erinnerten am Volkstrauertag in der Konrad-Adenauer-Anlage an die schrecklichen Terroranschläge in Paris. Auch Oberbürgermeister Kurt Seggewiß nahm vor dem Kriegerdenkmal Bezug auf die unfassbaren Geschehnisse vom Freitag, die sich unweit von Issy-les-Moulineaux ereignet hatten. Seggewiß verwies auf die 62 Jahre alte Partnerschaft mit Issy - und betonte: "Wir lassen uns nicht vom Terror terrorisieren."

Die Realschülerinnen verlasen den Brief einer Sulzbach-Rosenbergerin aus dem Jahr 1949 an ihre amerikanischen Verwandten, die aus Schlesien in die Oberpfalz geflüchtet war und um Kleidung gebeten hatte: "Wir sind Bettler geworden." Musikalisch waren Dietrich Bonhoeffer und Friedensaktivistin Joan Baez anwesend. "Von guten Mächten" wurde gesungen und "Sag mir wo die Blumen sind?". Mit Fahnen und Standarten waren die Abordnungen von Vereinen und Verbänden mit Honoratioren, Polizei, Feuerwehr und BRK vom Neuen Rathaus zur Gedenkfeier gezogen, um gemeinsam mit Seggewiß Kränze niederzulegen.

"Kriegsgräber sind Wegweiser in den Frieden", zitierte der Rathauschef Friedensnobelpreisträger Albert Schweitzer. Gedacht wurde den Opfern von Krieg und Gewalt. "Der Volkstrauertag erinnert an dunkelste Zeiten unserer Geschichte, an die beiden Weltkriege und an die Gewaltherrschaft der Nationalsozialisten." An immensen Verlust, Leid und Grauen. "Deshalb ist er ein Tag stillen Gedenkens, der Trauer und Nachdenklichkeit." Der OB hinterfragte, was die Gefallenen raten würden, was man heute gegen Krieg und Gewalt tun könne. Vor 70 Jahren sei der von den Nazis entfesselte Zweite Weltkrieg zu Ende gegangen, sei Deutschland von der Nazi-Diktatur befreit worden. Deutschland in Trümmern: Zahllose Kriegsverbrechen, Tote, unermessliches Leid, verwüstete Städte und Landstriche.

Seggewiß: "Viele Soldaten kehrten traumatisiert zurück; viele Angehörige der Toten vermissten ihre Lieben ihr Leben lang, die Frauen ihre Ehemänner, die Eltern ihre Söhne und Töchter, die Kinder ihre Väter oder Mütter." Die Überlebenden der Konzentrationslager hätten nie verwunden, was sie erleiden oder mitansehen mussten, sagte der Oberbürgermeister. Das Entsetzliche, das sie erfuhren, hätten sie auch ihren Kindern und Kindeskindern vermittelt. Junge Menschen seien viel zu früh aus ihrem Leben gerissen, Familien zerstört, Träume und Hoffnungen vernichtet worden. Für die beiden Kirchen sprachen und segneten Pfarrvikar Josef Matys und Pfarrer Hans-Martin Meuß. Es spielte die Stadtkapelle Weiden.
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