Voller Einsatz für die Schule

Die Plakate mit den Argumenten der Mädchen und Buben für den Erhalt der Gerhardingerschule erhielt Bürgermeister Lothar Höher (hinten) zum Abschluss. "Damit alle Stadträte diese Argumente gut überlegen können", sagte Elternbeiratsvorsitzende Sabine Lotzmann. Bild: Hartl

Wenn die Stadträte diese Appelle der Schüler gehört hätten, würde ihnen die Entscheidung sicher noch schwerer fallen. Denn die Mädchen und Jungen der Gerhardingerschule machten sich mit ganzem Herzen für den Erhalt ihrer Schule stark.

Weiden. (ps) 60 Jungen und Mädchen der Klassen 3 a, 4 a und 4 c marschierten am Dienstag mit ihren Lehrerinnen Elke Güll, Claudia Scharnagl und Karla Gradl im Neuen Rathaus auf. Sie hatten jede Menge Argumente im Gepäck, mit denen sie Bürgermeister Lothar Höher weichklopfen wollten. "Wir brauchen die Mittagsbetreuung", "Wir können zu Fuß zum Hort gehen", "Die ausländischen Kinder lernen hier sehr gut Mathe und Deutsch", zählten die Mädels und Buben auf. Einer nach dem anderen machten sie sich im großen Sitzungssaal zum Fürsprecher ihrer Schule. Eine Mutter führte ins Feld: Die Gerhardingerschule biete als einzige Grundschule eine gebundene Ganztagsklasse an.

"Wir haben gute Argumente", folgerte Elternbeiratsvorsitzende Sabine Lotzmann, die sich mit einigen anderen Eltern der Delegation angeschlossen hatte. Ihre Forderung unter dem Applaus der Eltern: "Die Schule im Herzen der Stadt Weiden darf nicht geschlossen werden." Eine Forderung, die Bürgermeister Lothar Höher weder mit "Ja" noch mit "Nein" beantworten konnte.

Entscheidung im September

Er zeigte durchaus Verständnis dafür, dass Schüler und Eltern für ihre Schule kämpfen. Doch der Stadtrat stehe vor einem Dilemma: "Wir haben 600 Schüler zu wenig." Deshalb schlage das Schulamt die Schließung der Gerhardingerschule vor. "Darüber muss der Stadtrat noch diskutieren. Bisher ist das nur ein Vorschlag. Die Gerhardingerschule ist im Gespräch, weil sie keine Turnhalle hat, wegen ihrer Lage und weil man mit dem Gebäude mehr anfangen könnte als mit anderen." Wie die Entscheidung ausfalle, sei noch offen. Denn die Stadträte hätten dazu sehr unterschiedliche Meinungen. Höher geht davon aus, dass der Stadtrat im September festlegt, welche Schule geschlossen wird. Denn - so Höher im anschließenden Gespräch mit den Eltern: "Die Unsicherheit muss ein Ende haben." Bis dahin werde auch das Gutachten des Schulamts vorliegen.

Wie schnell der Beschluss dann umgesetzt werde, sei offen. "Ich hoffe auf einen möglichst weichen Übergang." Vermutlich würden sich jetzt auch die Elternbeiräte anderer Schulen, die im Gespräch seien, für deren Erhalt einsetzen. Er gab zu bedenken: "Irgendeine Entscheidung müssen wir treffen, für irgendeinen ist die immer negativ."
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