Volles Draufzahlgeschäft für Leergut-Diebe

Klassischer Fall von "außer Spesen nix gewesen": Eigentlich wollten sich die Diebe bei Leergut voll bedienen. Dann mussten sie jedoch Fersengeld geben - und dabei nicht nur ihre Beute, sondern auch ihre Fahrräder zurücklassen. Und weil ein Langfinger seinen Drahtesel bei der Polizei wieder abholten wollte, kassieren die beiden jetzt auch noch Anzeigen.

Der Coup scheiterte am Montag gegen 23.15 Uhr. Die zwei oder drei Männer waren über einen Zaun auf das Gelände eines Getränkemarktes an der Johann-Sebastian-Bach-Straße geklettert, hatten sich insgesamt 16 Kisten Leergut gegriffen, sie über den Zaun befördert und auf dem Gehweg gestapelt.

Just in diesem Moment kam ein 27-jähriger Weidener zu Fuß des Weges. Ein ahnungsloser Passant, der den Tätern einen gehörigen Schreck einjagte. Zwei rannten davon, flüchteten in Schrebergärten. Gleichzeitig fuhr ein Auto in Richtung Stadtmitte weg - der dritte Mann? In unmittelbarer Nähe des Tatorts fand die Polizei zwei unversperrte Fahrräder. Augenscheinlich die Vehikel der Diebe, die sie bei der überstürzten Flucht zurückgelassen hatten.

Eine Stunde später erschien tatsächlich ein 26-jähriger Weidener bei der Polizeiinspektion - um sein Rad als gestohlen zu melden. Da die Gesetzeshüter seit acht Jahren immer wieder mit ihm zu tun haben, befragten sie ihn etwas eindringlich. Schließlich räumte er den versuchten Diebstahl ein und gab auch seinen Kumpanen, einen 23-Jährigen aus Weiden, preis.

Einen dritten Täter nannte er nicht: "Der Fahrer des besagten Pkw war möglicherweise nur zufällig vor Ort", heißt es im Polizeibericht. Unterm Strich steht ein bitteres Draufzahlgeschäft für die Diebe. Gelohnt hätten sich die nächtlichen Mühen für das Duo auch im Erfolgsfall kaum: Das Leergut wäre nur rund 50 Euro wert gewesen.
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