Von Gabriel "weggebügelt"

Zum Verlauf der Stromtrasse und zur Flüchtlingsproblematik hatte MdB Albert Rupprecht (vorne, Mitte) einiges zu sagen. Bei der neuen CSU-Gesprächsreihe "Zwei nach Acht" diskutierte er mit den Zuhörern. Bild: Kunz

Das war's dann wohl. Der Beschluss steht: Die Starkstromtrasse endet in Landshut. Bundestagsabgeordneter Rupprecht ist sauer: Von seinen Gegenargumenten ließ sich der Wirtschaftsminister nicht stoppen.

"Sigmar Gabriel hat den Vorschlag eingebracht, dass der Endpunkt der Starkstromtrasse Landshut sein wird. Und das Kabinett hat zugestimmt." Das berichtete MdB Albert Rupprecht am Mittwochabend zum Auftakt der neuen "Zwei nach Acht"-Gesprächsreihe der Weidener CSU im Hotel "Zur Heimat". "Im Ergebnis ist dieser Beschluss zwar änderbar durch das Parlament. Aber da müsste man eine Mehrheit organisieren." Und dafür gebe es kaum Chancen. Seien doch viele Kollegen ganz froh darüber, dass der Kelch an ihnen vorbeigegangen sei.

Rupprecht sprach von einer Fehlentscheidung. "Ich habe Gabriel meine Argumente geschickt, aber bis heute keine Erwiderung gekriegt. Das wurde einfach weggebügelt. So geht's nicht." Wie die Trasse verlaufen werde, sei nicht bekannt. "Es gibt einen Anfangs- und einen Endpunkt." Positiv können man nur eines sehen: Eine Erdverkabelung sei streckenweise möglich. "Die Verläufe werden ganz anders sein als die der heutigen Überlandleitungen." Ob der Raum Weiden betroffen ist, sei völlig offen. "Aber die Wahrscheinlichkeit ist natürlich viel größer, als wenn das idealere Gundremmingen Endpunkt geworden wäre."

Kritik an Energiepolitik

Auch Erdverkabelung berge Risiken für die Landwirtschaft, machte Sonja Schuhmacher vom Bund Naturschutz deutlich. "Wir wollen keine Stromtrassen." Das Energiesystem für die nächsten 30 Jahre werde geknebelt. Die Energiepolitik der Industrieländer trage Mitschuld an der Flüchtlingsproblematik. Eine Dürre mit einem Drittel an Ernteausfällen habe einen Großteil der syrischen Landbevölkerung in die Städte getrieben. "Das waren Klimaflüchtlinge. Wenn wir nicht aufhören, das Klima zu zerstören, werden noch mehr Menschen fliehen."

Damit drehte sich die Diskussion auch um die Flüchtlingsfrage. Als Lösungsansatz wurde unter anderem die Umsetzung des Schengen-Abkommens genannt. CSU-Kreischef Stephan Gollwitzer, der wegen Angela Merkels Haltung von einem "Image-Schaden für die CDU" sprach: "Und was gar nicht geht, sind Asylberechtigungen aus Staaten, die man feierlich für würdig erklärt hat, in die Europäische Union aufgenommen zu werden." Rupprecht zeigte sich dennoch glücklich über die Entwicklung in der EU: Vor 100 Jahren hätten sich die Mitgliedstaaten Jahren noch gegenseitig beschossen.
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