Von Lehrern und Lausbuam

Sie ist eben etwas anders: Christine Eixenberger legte im "Salute"-Saal am Donnerstagabend einen mehr als gelungenen Comedy-Auftritt hin. Bild: lst

Als Christine Eixenberger die Bühne betritt, ist sie sofort voll da. Es gibt keine Unsicherheit. Sie fühlt sich von der ersten bis zur letzten Minute sichtlich wohl vor dem begeisterten "Salute"-Publikum. Die Kabarettistin ist frisch, frech - einfach etwas anders.

Rothenstadt. (lst) Erst Christoph Weiherer und Michi Dietmayr, am Donnerstagabend Christine Eixenberger. - der Anfang der neuen Comedy-Reihe im Rockmusik-Club "Salute" ist gemacht. Am 8. Januar geht es mit der Death Comedy "Der Tod" weiter. Keine Frage: Tödlich langweilig war der Abend mit Christine Eixenberger im voll besetzten Saal keinesfalls. Im Gegenteil: Das Publikum kam dank der intelligenten Parodien und witzigen Lieder, die die Schlierseerin in ihrem neuen Programm "Lernbelästigung" präsentierte, voll auf seine Kosten. Eixenberger ließ ihr Publikum an ihrem Leben teilhaben und nahm sich auch gerne mal selbst auf die Schippe.

Ihr zweites Solo-Kabarett dreht sich um ihr Grundschullehramts-Studium, den Mikrokosmos Grundschule, um hoch- und tiefbegabte Schüler, um Pausenbrote und Liebesbriefe. In "Lernbelästigung" wird die Grundschule zum Hexenkessel gesellschaftlicher Emotionen. Hier regieren die Schüler, den Elterngenerationen zum Trotz, und so mancher Kindermund tut die sprichwörtliche Wahrheit kund. Während Politiker und Wirtschaftsverbände sich ins abstrakte Bildungslatein faseln, begegnet der Zuschauer in Eixenbergers Soloprogramm ausgesprochen konkreten Lausbuam und -dirndln, die auf ihre ganz eigene unverfälschte Weise den Erwachsenen den Spiegel vorhalten.

Überambitionierte Eltern

Freilich wurde im "Salute" nicht nur gelernt, sondern auch gesungen: In ihren Liedern lehrte Eixenberger das Lehrereinmaleins und aus Mozart-Melodien wurde ein kindgerechter Gangster-Rap. Ihre Bühnenfiguren hatte sie sauber ausdifferenziert - ob das der grantelnde Schulbusfahrer Sepp war, der Soldat, der hölzern in der Schule um Nachwuchs für die Truppe wirbt, oder die Schüler Basti, Marinus oder Melissa. Die Kinder spielte sie, wie es ihnen zusteht: mit Nachsicht und viel Verständnis.

Da spürte der Zuschauer: Eixenberger ist mit Leidenschaft Kabarettistin und Lehrerin. Die mag ihre Schratzen. "Die können ja nix dafür, wenn ihre überambitionierten Erzeuger meinen, sie müssten der Brut alles draufpacken, was sie selbst zu leisten nie im Stande waren, sind und sein werden". So grundsympathisch sie die lieben Kleinen zeichnete, so treffsicher nahm sie Schullandschaft und Umgebung auf die Schippe. Auch vor ihrem eigenen Berufsstand - und damit vor sich selbst - machte Eixenberger nicht Halt. Ebenso wenig wie vor den "Salute"-Zuschauern, die die Kabarettistin auf die Bühne holte - zum Riesenvergnügen des restlichen Publikums.
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