Vor dem Altar statt vor der Tafel

Gedämpftes Licht, gewaltiger Klang. Obendrein gab's sogar Akrobatik und Schwarzlichtvorführungen beim Weihnachtskonzert der Sophie-Scholl-Realschule in der Michaelskirche.

Vorne an der Tafel zu stehen und das auswendig Gelernte abzuspulen, sind die Schülerinnen der Sophie-Scholl-Realschule gewohnt. Den Bogen haben sie raus. Am Dienstagabend standen sie aber im Altarraum der Michaelskirche. Den vermeintlich kritischen Augen von Lehrern, Eltern und Musikfreunden ausgesetzt. Und das war schon ein anderes Kaliber, als unter Bekannten im Klassenverbund vorzusprechen.

Doch selbst diese große Unbekannte bewältigten die Schülerinnen mit Bravour. Das Weihnachtskonzert war geheimnisvoll gestaltet. Es gab keine Programmzettel. Die Kirche war nur spärlich beleuchtet. Am Anfang trugen Mädchen Kerzen ins Dunkel des Gotteshauses und stellten sie in den Innen- und Seitengängen auf.

"Licht ist Leben. Ohne Licht können wir nicht sein", erklärte eine Schülerin den Besuchern. "Advent ist das Warten auf das große Licht." Schulleiterin Susanne Genser hieß die Zuhörer willkommen und erläuterte in prägnanten Worten die Bedeutung der Adventszeit. Das Licht blieb gedämpft. Das gehörte zum Programm. Die Schülerinnen sollte die Kirche mit ihrer Präsenz erhellen.

Und das gelang ihnen auch. Zunächst verbogen sich Schülerinnen mit akrobatischen Radschlagen und Salti und formten am Ende eine Weihnachtspyramide vor dem mächtigen Christbaum von St. Michael - Traumflieger. Auf diese sportliche Einlage folgte Musik. Am Anfang fehlten noch die bekannten weihnachtlichen Weisen.

Das Konzert begann mit einer wunderschönen Soloeinlage. Dann folgten die Chöre. Zunächst die Sechstklässlerinnen, später der Schulchor. Ging es mit "Süßer die Glocken nie klingen" los, so lauschten die Konzertbesucher jetzt Liedern wie "Vom Himmel hoch, da komm ich her", "Leise rieselt der Schnee" oder "Maria durch den Dornwald ging".

Sowohl Schülerinnen als auch das Publikum kamen voll auf ihre Kosten. Das kurzweilige Programm sprang von Bläsersätzen ("Es ist ein Ros' entsprungen") über Klaviereinlagen, Geigensoli und Flötendarbietungen bis zum Lehrerchor und Schwarzlichtvorführungen: Die Zuhörer in der Michaelskirche wurden auf berauschende Weise entführt in die Welt der zauberhaften Vorweihnachtszeit - unter anderem mit Stücken wie "Ave Maria", "The Rose" "O Holy Night" und "Wiegenlied".
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