Vorhang auf für Theaterverein

Knapp 45 Minuten tagte der Kulturbeirat am Donnerstag. Dann stand fest: Die Organisation des Tourneetheaters in Weiden soll wieder in ehrenamtliche Hände gelegt werden. "Back to the roots" - wie Bürgermeister Lothar Höher als Sitzungsleiter sagte.

Denn früher war das Tourneetheater vom Verein "Kleine Bühne" gemanagt worden. Nach dessen Rückzug übernahmen Petra Vorsatz (Kulturamt), Sabine Guhl (Regionalbibliothek) und Gerhard Hagler (Max-Reger-Halle) die Organisation unter dem Namen "Kulturbühne". "Die drei städtischen Bediensteten haben sich über Gebühr zeitlich strapaziert, um die Kulturbühne am Leben zu halten", lobte Personaldezernent Reiner Leibl. Doch nach der Pensionierung von Gerhard Hagler "muss sich etwas ändern". Angesichts der durch Einsparungen veränderten Situation in den Einrichtungen machte Sabine Guhl in der Sitzung klar: "Wir sind an unseren Grenzen angelangt."

Neue Stelle: keine Chance

Dem Vorschlag, eine neue Drittelstelle im Kulturamt einzurichten für die künftige Organisation der "Kulturbühne", erteilte Lothar Höher gleich eine klare Absage. "Wir werden kein zusätzliches Personal einstellen können", verwies er auf die angespannte Finanzlage. Natürlich stehe die Stadt hinter dem Tourneetheater und werde auch weiter entsprechende Mittel zur Verfügung stellen. "Wir denken aber, dass das Ehrenamt hier wieder gefordert ist."

Ein Vorschlag, der von SPD und CSU unterstützt wurde. Nur die Bürgerliste - vertreten durch Stadtrat Philipp Beyer - sprach sich anfangs dagegen aus. So eine Aufgabe einem Verein zu übertragen, das könne leicht schiefgehen. Zudem sah Beyer durchaus noch Kapazitäten beim Kulturamt. Schließlich fänden die Literaturtage nur noch alle zwei Jahre statt, ebenso die Max-Reger-Tage, die Bayerisch-Böhmischen Kultur- und Wirtschaftstage seien ganz gestrichen und die Sommerserenaden gekürzt.

Mit dieser Rechnung kam er bei Bürgermeister Lothar Höher schlecht an. Der erteilte ihm Nachhilfe und erklärte sich auch gerne bereit, das Ganze bei der Bürgerliste einmal aufzuzeigen: "Die Literaturtage macht die ,Regi', die ,Bayerisch-Böhmischen' haben VHS und Frau Holl organisiert, die Serenaden erfordern trotz Kürzung den gleichen Aufwand und die Max-Reger-Tage hat früher Professor Seibert organisiert. Sie bedeuten für das Kulturamt einen riesigen zusätzlichen Aufwand."

Daraufhin schwenkte auch Philipp Beyer in Richtung Theaterverein um. Stefan Voit (NT-Kulturchef), der für die "Kulturbühne" die Reihe "Klein und Kunst" organisiert, kam mit seinem Vorschlag, engagierte Bürger sollten das Kulturamt bei der Organisation unterstützen, ebenfalls nicht durch.

Künftig soll es genau umgekehrt laufen: Gesucht wird ein "Kümmerer" - sprich: ein Vereinsvorsitzender. Mit Hilfe eines Teams von engagierten Bürgern und Geld von der Stadt soll er den Fortbestand des Tourneetheaters in Weiden sichern. Sabine Guhl versprach die Unterstützung von erfahrener Seite mit Know-how. In einer Informationsveranstaltung soll nach interessierten Bürgern gesucht werden.

Frist bis 31. März 2016

Das Gremium einigte sich zudem auf folgenden Beschluss: Für den Fall, dass bis 31. März 2016 kein Vereinsvorsitzender gefunden ist, wird der Vorgang dem Stadtrat zur Entscheidung vorgelegt. Das sei der äußerste Termin, um die Saison 2017/2018 noch zu planen, hieß es. Die Zukunft der "Kulturbühne" liegt dann in den Händen des Stadtrats.
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