Vorläufiges Aus für Großkino: Bedauern im Netz, Hoffnung bei Weidener Betreibern
Zwischen "schade" und Freude

Vor dem Bildschirm Enttäuschung, vor der Leinwand Erleichterung: Nach dem vorläufigen Aus für das geplante "Lichtspieltheater" zeigen sich die Bürger im Internet unglücklich. Die Betreiber der alteingesessenen Weidener Kinos sind dagegen erleichtert. Vorerst zumindest.

"Weiden schafft sich ab", schreibt zum Beispiel Nutzer "Sebastian Sebastian" auf der Facebook-Seite des Oberpfalznetzes. Marc Dahle ergänzt: "Tja, Weidner Bürger halt. Immer und überall was zum Motzen!!!" Jemand, der sich darüber freut, findet sich im Netz kaum. "Einfach nur schade", lautet der Grundtenor. Selbst bei solchen, die nach eigenen Angaben Anwohner sind. "So ein Mist, wohn direkt gegenüber und hätte mich wahnsinnig darauf gefreut. Des Ding wird 2017 garantiert net fertig sein, und die Anwohner, die sich über alles beschweren, können weiter auf eine Trümmerlandschaft schauen ... Ist ja so viel besser als ein Kino ...", kommentiert Sabrina Walter.

Ganz anders sehen das natürlich die alteingesessenen Kino-Betreiber. "Das ist eine gute Nachricht", sagt Evelin Nadler ("Neue Welt"). Eine Überraschung sei es aber nicht. Es sei nunmal alles andere als leicht, in Weiden ein Multiplex-Kino hinzustellen. Deshalb glaube sie auch nicht, dass der Interessent aus Bayreuth einen neuen Standort finden werde. Und wenn doch - ihr wäre nicht bange: "Wir stehen top da, wir haben immer investiert."

Investitionen, zum Beispiel für digitale Projektoren, betont auch Georg Steger ("Ring" und "Capitol"). Gleichzeitig verteidigt er die Alteingesessenen gegen Kritiker im Internet. Die machten es sich zu leicht: Der Markt sei nämlich sehr schwer - rückläufige Besucherzahlen, immer mehr Konkurrenz in der Region. Trotzdem glaube er, dass der Bayreuther Investor weiter nach einem Standort in Weiden fahnden werde, "er sucht ja schon seit zehn Jahren".

Es könnte aber auch anders kommen. Für Steger ist das vorläufige Aus fürs "Lichtspieltheater" Anlass, alte Pläne wieder aus der Schublade zu holen. Wäre das Großkino gekommen, hätte er das "Ring" (es ist zurzeit geschlossen, kann aber jederzeit wieder öffnen) abgerissen und ein Wohn- oder Geschäftshaus bauen lassen. Nun aber denke er womöglich um: Wenn der Investor so schnell nicht Erfolg habe, könnte auf dem "Ring"-Areal auch ein Multiplex von Steger entstehen, allerdings in kleinen, für die Weidener Kino-Landschaft verträglichen Dimensionen. Zumindest für ihn wäre das Aus dann tatsächlich ein Happy End.
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