Vortrag über Emily Carr, die Patronin von Greenpeace
Die lachende Malerin

Anastasia Poscharsky-Ziegler hat sich seit 1992 eingehend mit dem Leben und Werk von Emily Carr befasst. Sie schilderte ihre Erkenntnisse bei der SPD-Stadtmitte unter Vorsitz von Wolfgang Göldner (rechs). Bild: Kunz
Weiden. (uz) Anastasia Poscharsky-Ziegler stellte bei der SPD-Stadtmitte im Alten Eichamt die Patronin von Greenpeace, Klee Wyck, vor. Eingangs schilderte Ortsvorsitzender Wolfgang Göldner das "Leid der Erde". Die Menschen zerstörten mehr und mehr ihre Erde und schauten einfach zu, wie die Erde unter ihrer Gleichgültigkeit leide.

Der Bette Middler-Song "From a Distance" beschreibe die Situation eindringlich. Wie die Referentin betonte, seien die beiden emanzipierten amerikanischen Kunstmalerinnen des vorletzten Jahrhunderts, Frieda Kahlo und Georgia O'Keefe, sehr bekannt. Die malende und schreibende Kanadierin Emily Carr warte hingegen immer noch auf ihre Entdeckung. Bei ihren zahlreichen Begegnungen mit den Ureinwohnern der Nordwestküste Nordamerikas habe sie von ihnen den Namen "Klee Wyck" - die Lachende - erhalten. Carr (1871 bis 1945) habe Malerei in London und Paris studiert und sei heute in allen großen kanadischen und einigen nordamerikanischen Museen präsent.

Ihre Themen seien schon zu ihren Lebzeiten bedrohte Hochkulturen der Nordwestküstenindianer gewesen. Insbesondere die starke Abholzung der betroffenen Regenwälder. Wegen ihrer Baum- und Waldgemälde in Öl sei Carr 1971 bei der Gründung von Greenpeace in Vancouver zur Vorbildfigur geworden. So seien ihre Gemälde und Texte für die ersten Plakate der bekannten Umweltschutzorganisation genutzt worden.

Im fortgeschrittenen Alter, an Herzschwäche erkrankt, habe sie zu schreiben begonnen. Stets allein habe sie sich per Karren, im Kanu oder per Schiff auf den Weg zu einsamen Orten gemacht und habe dort unter primitivsten Bedingungen mit den Familien unter einem Dach gelebt. "Sie skizzierte Langhäuser, das Leben darinnen und davor."

Ihre Kurzgeschichten seien einmalige Zeugnisse einer bisher nie gekannten Perspektive auf das Schicksal der First Nations Amerikas. Anastasia Poscharksy-Ziegler hatte das Werk Carrs auf ihrer ersten Kanadareise 1992 entdeckt. Von da an erforschte sie bis 2001 in 20 Reisen das Leben der Malerin und Schriftstellerin und folgte ihr auf ihren Spuren. Dabei baute sie Kontakte zu zahlreichen Ureinwohnern auf. Zum Teil sind das Personen, die mit Emily Carr befreundet waren.

2009 arbeitete die Autorin im Rahmen eines zweimonatigen Schriftstellerstudiums am Virginia Center for the Creative Arts/USA an ihrem Emily-Carr-Projekt weiter, indem sie all ihre indianischen Kurzgeschichten erstmals ins Deutsche übertrug und Stories und Gemälde in Beziehung setzte.
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