Vortrag von Bienenfachwart Alexander Titz über wirtschaftliches Imkern
Den Honig nicht verschleudern

Die Imker sind eine kleine verschworene Gemeinschaft - und doch so wichtig für den Naturkreislauf. Ohne Bestäubung durch die Bienen würde dieser schnell ins Wanken geraten. Beim Imkerverein "Jura Högen und Umgebung" gab der Fachwart Alexander Titz Tipps für ein wirtschaftliches Betreiben dieses Zweigs als Grundlage für das dauerhafte Bestehen.

Große Gemeinschaft

Um Vorsitzenden Günter Gottsmann scharten sich im Gasthof "Fritzenhof" die Mitglieder, um beim fundierten Vortrag des Ambergers und der folgenden Diskussion die anstehenden Probleme besser in Griff zu bekommen. Der Bienenfachwirt, Obmann für Nachwuchs, Aus- und Weiterbildung im Landesverband Bayern, legte sein Augenmerk auf die wirtschaftliche Imkerei, die große Gemeinschaft voraussetzt. Denn die dynamischen Strukturveränderungen mit Modernisierung und Weiterbildung können vom Einzelnen nicht bewältigt werden. Die neue Imkergeneration, um die man sich bemüht und mit der "Probe-Imkerei" einen guten Weg eingeschlagen hat, kann dauerhaft nur mit umfassendem Wissen bestehen. Mit Konzentration auf das Wesentliche, dem "Einfach-Imkern", wird das Hauptproblem des Erkennens von Krankheiten verbessert. Die winterlichen Verluste an Bienenvölkern, Anlass für manches Aufgeben, gehen nach Auskunft der Bieneninstitute zu 95 Prozent auf das Konto des Imkers. Grund ist mangelnde Konsequenz bei der Varroa-Diagnose und -Bekämpfung.

Zum Honigpreis zog der Fachwirt die einfache Bilanz, dass die Oberpfälzer Imker ihren Honig "verschleudern". Mit 3,98 Euro für 500 Gramm Blütenhonig liegt man weit unter dem Bundesdurchschnitt von 4,56 Euro und bildet auch in Bayern, 4,42 Euro), das Schlusslicht. Titz: "Qualität hat ihren Preis, denn dahinter steckt großer Arbeitsaufwand und der soll angemessen bewertet werden." Zur Ausbildung und Gewinnung von neuen Imkern bietet der Imkerverein Jura Högen auch 2015 das Projekt "Imkern auf Probe" an. Dadurch können interessierte Natur- und Bienenfreunde in ein spannendes Abenteuer einsteigen.

Seit zwei Jahren bildet man mit dem Bienenzuchtverein Sulzbach-Rosenberg an dessen Lehrbienenstand Feuerhof eine Ausbildungskooperation. Infos können beim Vorsitzenden Günter Gottsmann, 0 91 54 / 40 85, oder im Internet unter www.bienenzuchtverein-sulzbach-rosenberg.de eingeholt werden.
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