Waldfriedhof: Bilder verboten

Im Stadtfriedhof (unser Bild) erlaubt, im Waldfriedhof nicht: Fotos von verstorbenen Angehörigen auf den Grabstätten. Bild: Götz
Lokales
Weiden in der Oberpfalz
07.09.2015
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Der Tod macht alle Menschen gleich! Von wegen. Selbst nach dem Ableben gibt es Unterschiede. Allerdings richten die sich nicht nach der Person des Verstorbenen, sondern nach dessen Lage - sprich: ob er auf dem Stadtfriedhof oder auf dem Waldfriedhof in Weiden beigesetzt wurde.

Weiden. (ps) Was viele nicht wissen: Für den Waldfriedhof gelten bestimmte Sonderregeln. Unter anderem die in Paragraf 45, Absatz b, aufgeführte Vorschrift: Ausstattungsstücke aus Blech, Glas, Porzellan, Terrakotta, bronziertem Gusseisen und ähnlichen Materialien sowie Lichtbilder in jeder Ausführung sind unzulässig.

Das war zwei Frauen nicht bewusst, die nach dem Ableben von Angehörigen deren Fotos auf dem provisorischen Grabkreuz anbrachten. Wenig später hingen Zettel dort, mit der Aufforderung, sich umgehend bei der Friedhofsverwaltung zu melden. Dort teilte man ihnen mit, dass die Bilder laut Satzung wieder entfernt werden müssen. Also kamen die Frauen der Aufforderung nach.

Im Stadtfriedhof wäre ihnen das nicht passiert. Denn dort nimmt die Friedhofsverwaltung keinen Anstoß an Bildern von Verstorbenen. Abteilungsleiter Werner Weitensteiner verweist auf den entsprechenden Passus in der Satzung. "Diese Sonderregelungen dienen der Erhaltung der Eigenart des Waldfriedhofes als eines in seiner Anlage im wesentlichen durch natürliche Gestaltungselemente bestimmten Friedhofs", heißt es da unter anderem.

Glas soll erlaubt werden

"Wir wollen nicht päpstlicher sein als der Papst", versichert Weitensteiner. Aber für den "Mann vor Ort" - sprich: den Friedhofwärter - sei es schwierig, Ausnahmen zuzulassen. Zum einen würde dadurch ein Präzedenzfall geschaffen, zum anderen habe die Friedhofsverwaltung schon schlechte Erfahrungen gemacht. Nämlich, dass aus Provisorien Dauereinrichtungen wurden. "Wir mussten manche Grabbesitzer schon zur Umgestaltung zwingen." Gut möglich aber, dass sich einige Vorschriften 2016 ändern oder wegfallen. "Wir wollen unsere Friedhofssatzung im nächsten Jahr mit der Mustersatzung des Städtetags vergleichen und gegebenenfalls bestimmte Punkte anpassen", sagt Weitensteiner. Die Verwendung von Glas - auf dem Waldfriedhof bisher kategorisch verboten - soll dann zugelassen werden. "Steinmetze sagen, das ist ganz modern." Ob dann auch Lichtbilder auf dem Waldfriedhof erlaubt werden, steht noch in den Sternen. Doch wie auch immer die Verwaltung entscheidet. Weitensteiner macht eines klar: "Das letzte Wort hat der Stadtrat."
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