Waldgebiet Vogelhüll bei Pürschläg neu vermessen
180 Jahre alte Daten haben ausgedient

Mit einem Präsentkorb bedankte sich Bürgermeister Dieter Dehling bei Vermessungsoberrat Gerhard Baumer (rechts) für das Engagement bei der Gesamtvermessung des Waldgebiets Vogelhüll in Pürschläg. Bild: no
Ein gelungenes Gemeinschaftswerk von 18 Grundstücksbesitzern sieht Dieter Dehling in der Vermessung des Waldgebiets Vogelhüll in Pürschläg. Die Arbeiten liefen im Zeitraum zwischen Juni 2014 und Januar 2015, mit Unterbrechungen. Beim Abschlussabend im Landgasthaus Schmidt in Aichazandt dankte der Illschwanger Bürgermeister dem stellvertretenden Leiter des Vermessungsamts Amberg, Oberrat Gerhard Baumer, und überreichte ihm einen Präsentkorb.

Baumer lobte seinerseits den Einsatz von Hans Loos aus Pürschläg, der die Vermessungsarbeiten maßgeblich mit organisiert hatte. "Von der Gemeinschaftsanstrengung profitieren letztlich alle", stellte Gerhard Baumer heraus. Die Gesamtfläche des Waldgebiets Vogelhüll liegt bei ca. 70 Hektar mit einer Länge von 19 Kilometern. Es wurden 386 Grenzpunkte festgestellt, davon 69 ohne Abmarkung.

Mitarbeiter des Amtes verbrachten 720 Stunden vor Ort und leisteten weitere 180 Stunden im Innendienst. Hinzu kamen rund 520 Helferstunden. Die Waldbesitzer bezahlten 21 422 Euro Vermessungsgebühren.

Das sei durchaus ein günstiger Preis, rechnete Baumer vor: Wenn der Besitzer ein Grundstück allein vermessen lässt und zehn Grenzpunkte braucht, koste ihn das um die 950 Euro. Innerhalb eines größeren Projekts komme er mit ungefähr 280 Euro viel besser weg. "Die geringeren Kosten kommen daher, dass die Grenzpunkte mit der Anzahl billiger werden und sich die Nachbarn daran beteiligen", erklärte der stellvertretende Amtsleiter. Unstimmigkeiten zwischen Nachbarn seien dann für die Zukunft ausgeschlossen.

Exakte Daten über die Fläche und den Grenzverlauf bedeuteten eine Wertsteigerung für das Grundstück. Die bisherigen Angaben über die Vogelhüll stammten aus einer graphischen Ermittlung im Jahr 1835, fügte Baumer hinzu. Damit wäre beim Verkauf einer Waldfläche Ärger nicht auszuschließen.

Ein Vorteil entstehe auch für die moderne Bewirtschaftung mit Harvestern: Oft verfügen diese Maschinen heutzutage über Navigationsgeräte. Der Fahrer wisse dann genau, wo er gerade wessen Baum fällt.
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