Wasserballer bleiben im Oberhaus

Gerhard Wodarz musste dran glauben: Nach dem Sieg und dem Verbleib in der Bundesliga verpassten die Spieler ihrem Trainer ein unfreiwilliges Bad. Bild: Büttner

Einen Sieg brauchten die Weidener Wasserballer, damit sie auch nächste Saison wieder in der Bundesliga spielen dürfen. Und das Team von Trainer Gerhard Wodarz ließ am Samstag gegen die SpVg Laatzen keinen Zweifel daran, dass sie dort auch hingehören.

Am Samstag kam es zum Matchball der Weidener Wasserballer im heimischen Schätzlerbad gegen die SpVg Laatzen in der Best-of-5 Serie. Die Anspannung war nicht nur den Spielern anzumerken, auch etwa 250 Zuschauer fieberten mit. Die Ausgangslage war eindeutig: Weiden führte in der Serie mit 2:1 und brauchte nur noch einen Sieg, um auch nächste Saison wieder in der Deutschen Wasserball-Liga spielen zu dürfen. Die SV-Truppe überzeugte klar mit einen 12:6-Erfolg.

Der Beginn der Partie war geprägt von einer Mehrzahl von ungenutzten Chancen. Vor allem die Hausherren ließen zunächst hochkarätige Gelegenheiten liegen und konnten ihre optische Überlegenheit nicht in Tore umsetzen. Die Weidener, motivierten, aber auch nervös, führten so nach dem ersten Viertel nur mit 1:0.

Viele Ausschlüsse

Wie zu erwarten war, nahmen die Zweikämpfe im Wasser im zweiten Viertel zu, was viele Ausschlüsse auf beiden Seiten zur Folge hatte. Trotz der weiter schlechten Chancenausbeute bauten die Wodarz-Schützlinge ihre Führung bis zur Halbzeit auf zwei Tore auf 4:2 aus.

Direkt nach der Pause machte sich einmal mehr die Moral der Weidener Wasserballer bemerkbar Ein starker Rückhalt war erneut Torwart Vladimir Srajer, der viele Chancen der Laatzener vereitelte und später auch hochverdient zum "Spieler des Tages" gekürt wurde. Der Höhepunkt der spannenden Phase, und wahrscheinlich der Knackpunkt des Spiels, war, als der Tscheche mit vielen Paraden während einer Unterzahl die Weidener im Spiel hielt. Nach zwei parierten Torschüssen der Gäste wehrte Srajer in einer scheinbar aussichtslosen Situation den dritten Versuch mit dem Fuß ab und sorgte damit für einen Euphorieschub sowohl in den Zuschauerrängen, als auch in den Reihen seines Teams. Die Folge war der Treffer zum 5:2-Zwischenstand des Weidener Hoffnungsträgers Nikolaj Neumann. Und sein weiterer Treffer zum 6:2 nach einem sehenswerten Konterangriff brach den Niedersachsen das Genick.

Schon vor Pause gelaufen

Andras Langmar in Überzahl - und Routinier Thomas Aigner in einer Einzelaktion- brachten noch vor der letzten Pause die Max-Reger-Städter auf die Siegerstraße. Auch wenn die Gäste noch auf 3:9 verkürzten, schien die Partie bereits vor der letzten Pause entschieden zu sein. Laatzen war einfach zu harmlos, um diesen Rückstand noch wettmachen zu können.

Das letzte Viertel wurde zu einem Schaulaufen der Oberpfälzer. Die junge Garde durfte ran: Louis Brunner krönte seinen Einsatz mit einem Blitztor, Matthias Kreiner löste Vladimir Srajer ab und konnte sich als nächster Held zwischen den Weidener Pfosten beweisen.

Freude stieg ständig an

Die Führung wurde gekonnt über die Zeit verwaltet und die Freude im Schätzlerbad stieg von Sekunde zu Sekunde bis zum Schlusspfiff und den 12:6-Sieg. Mit diesem Erfolg fiel die letzte Entscheidung um den Verbleib in der Deutschen Wasserball-Liga. Laatzen muss der SGW Leimen/Mannheim die 2. Liga folgen und Weiden bleibt zum neunten Mal in Folge im Oberhaus des Deutschen Wasserballs.

Die von Glückwünschen und Emotionen überschütteten Brüder Stefan und Thomas Kick sprachen von einem "souveränen Spiel". Allerdings sei im Laufe der Saison doch nicht alles wie geplant gelaufen. In der Tat, stellten sich die SV-Verantwortlichen den gesamten Saisonverlauf ein bisschen anders vor. Die Ausgangslage vor den Play-downs war mit dem siebten Platz nach der Hauptrunde unerwartet schwierig. Umso mehr war Trainer Gerhard Wodarz nach der Partie erleichtert: "Das war eine ganz strapaziöse Saison-Endphase. Jetzt bin ich froh, dass wir uns entspannt mit der nächsten Bundesligasaison beschäftigen können. In den letzten Spielen hat die Mannschaft Geschlossenheit und starke Moral bewiesen. Damit können wir auch in der Zukunft gut leben."

Der SV Weiden spielt jetzt noch um Platz 13 gegen den SC Wedding Berlin. Die Spiele sind für 6. und 7. Juni in Weiden und für 13. und 14. Juni in Berlin angesetzt. Die Vereine bemühen sich um eine einvernehmliche Regelung, die Spiele eventuell an einem Wochenende auszutragen.
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