"Watsch'n" für die CSU-Vizes

96 Prozent der CSU-Vertreter wählten Stephan Gollwitzer (Zweiter von links) zum Kreisvorsitzenden wieder. Respektabel waren auch die Ergebnisse von Schatzmeister Werner Weitensteiner (hinten, rechts) sowie Vize Alois Lukas (rechts). Fast ein Drittel der Wahlberechtigen verweigerten Wolfgang Pausch (Dritter von rechts) und Michael Bihler (links) die Zustimmung. Schriftführer Hans-Jürgen Gmeiner erhielt 48 von 69 Stimmen. Bild: Wieder

Nur einer aus dem Kreisvorstand der Weidener CSU ist glücklich. Vorsitzender Stephan Gollwitzer, seit zwei Jahren im Amt, sieht seine Arbeit bestätigt: Er verbesserte sein bereits gutes Wahlergebnis von 2013 um sechs Stimmen auf nunmehr 68 von 71. Nur träumen können seine vier Vertreter von diesen Zahlen.

Bei den Wahlen der vier gleichberechtigten stellvertretenden Kreisvorsitzenden stellte sich bei den Kandidaten Ernüchterung ein. Sie verloren kräftig an Stimmen. Harmlos war das Ergebnis von Alois Lukas, den 55 Vertreter (2013: 63) wählten. CSU-Wahlkreisgeschäftsführer und Fraktionsvorsitzender Wolfgang Pausch rutschte von 63 auf 48 Stimmen ab. Neun Stimmen verlor der ehemalige JU-Kreisvorsitzende Michael Bihler (von 59 auf 50). Dagmar Nachtigall erhielt 47 Stimmen.

Vorsitzender zurückhaltend

Bei der Vertreterversammlung des CSU-Kreisverbandes Weiden vermied es der junge Kreisvorsitzende Stephan Gollwitzer, Salz in die Wunden zu streuen: Mit keinem Wort erwähnte er das Abschneiden bei Kommunal- und OB-Wahl. Kein Nachtreten. Er beließ es in seinem Rechenschaftsbericht beim herzlichen Dank für die Unterstützung und den Zusammenhalt in der CSU-Familie.

Gollwitzer richtete den Blick nach vorne: Er wolle den Kreisverband in die Zukunft führen, die Grundsteine legen für die CSU 2020 und mit Sachpolitik die CSU wieder ins Bewusstsein der Bürger bringen. Politische Themen, so sein Appell, müssten "dringend behandelt" werden, Weiden brauche eine starke konservative Kraft - "mehr denn je". Für Kälteschauer sorgten bei der CSU "die Ergüsse und Aussagen unseres momentanen Oberbürgermeister" über Architekten, die sich kritisch zum Bebauungsplan Stadtgalerie äußerten. "Diese Diskreditierung darf nicht die Art eines OB sein. Das ist kein Stil."

Natürlich habe er eine Vision, die er gerne mit dem Kreisverband wahr werden lassen wolle. "Einiges würde ich gerne verändern." Was, das sagte Gollwitzer noch nicht. Eine wesentliche Änderung vollzog er mit dem erweiterten Kreisvorstand ganz im Stillen: Die Vorsitzenden der Frauen Union und der Jungen Union haben künftig keinen Anspruch auf einen Posten als stellvertretende Kreisvorsitzende. Aber: Sie gehören künftig qua Amt dem geschäftsführenden CSU-Kreisvorstand an. Dadurch können bewährte Kräfte im Amt bleiben, und neue an höhere Aufgaben herangeführt werden. Erste Auswirkung: Maria Sponsel, die erst vor kurzem gewählte JU-Kreisvorsitzende, verzichtete auf eine Kandidatur um einen Vize-Posten. Die CSU verjüngt sich. Derzeit läuft eine überaus erfolgreiche Mitglieder-Werbeaktion.
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