Wege aus der Altersfalle

Auch im Alter kann es gut sein, noch etwas Verrücktes zu machen. Das war einer der Tipps, die Personaltrainerin Daniela Thoma für Ruheständler hatte. Bild: sbü

Um zu verhindern, dass nach dem Renteneintritt rasch die vielen bekannten Altersbeschwerden folgen, gibt es zahlreiche Rezepte. Personaltrainerin Daniela Thoma stellte sie alle vor. Das wichtigste Mittel hat aber nichts mit Tricks zu tun - sondern mit Selbsterkenntnis.

(sbü) "Körper und Geist verändern sich mit zunehmendem Alter, daran führt kein Weg vorbei. Aber man könne für beide Dinge etwas tun": Das stellte Daniela Thoma an den Anfang ihres Referates im Maria-Seltmann-Haus zum Thema "Wenn der Wecker nicht mehr klingelt - endlich Ruhestand". Wissenschaftliche Studien hätten längst bewiesen, dass körperliche und geistige Aktivitäten eine wirksame Vorbeugung gegen Alzheimer und Demenz seien. "Menschen, die nicht gefordert werden, bauen ab."

Erwiesen sei auch: "Vor allem Sport und Bewegung sind der ideale Gedächtnistrainer." Deshalb lautete die zentrale Empfehlung der Referentin: "Bleiben sie geistig, sozial und körperlich aktiv." Thoma lieferte auch gleich die medizinische Erklärung für ihre Empfehlung: "Sport-, Bewegungs- und Gedächtnistraining aktivieren das Gehirn, weil sie dort die Nervenzellen miteinander verbinden." Aber schon nach drei bis vier Wochen würden sich die Verknüpfungen der Zellen lösen, wenn nicht trainiert werde.

Tanzen sei die allerbeste Sportart für das Gehirn, weil "Bewegung und Koordination geübt werden". Generell empfiehlt Thoma: "Tun Sie etwas Neues, Ungewohntes." Für den Kopf sei es sehr wichtig, "ungewohnte Wege zu gehen". Fantasie und Kreativität der rechten Gehirnhälfte müssten angeregt werden, denn "wenn eine Gehirnhälfte schwächelt, zieht sie die andere herunter". Thoma empfahl auch: "Engagieren Sie sich, auch in der Kommunikation mit anderen Menschen." Menschen mit Engagement, zum Beispiel für die Enkel, seien glücklicher. Fehlende Kommunikation wirke sich dagegen sehr schnell auf die geistige Leistungsfähigkeit aus.

Auch das Thema Ernährung sprach die Referentin an. "Trinken Sie viel, denn sonst holt sich der Körper das notwendige Wasser aus dem Gehirn." Das Gehirn brauche auch Zucker, aber vor allem in Form von Kohlenhydraten, etwa aus Müsli oder Bananen. Wer nicht frühstückt, nehme seinem Gehirn die Leistungsfähigkeit. Generell rät Thoma angehenden Senioren, den Alltag zu planen und zu strukturieren.

Vier Ruhestand-Typen

In vier Typen teilte sie Ruheständler ein: "Weitermacher, Realisten mit systematischer Planung, Nachholer oder Übermotivierte und Vermeider/Rückzügler". Letztere kennzeichne, "dass sie den ganzen Tag im Schlafanzug durch die Wohnung wandern und keine Kontakte zur Außenwelt haben". Kein Typ sei als "optimal" zu bezeichnen, die Mischung aus allen sei am besten. Als Hausaufgabe gab die Trainerin ihren Zuhörern mit: "Setzen Sie sich Ziele, legen Sie fest ,das lerne ich noch', fragen Sie ,wofür fehlte mir früher Zeit und Geld?'. Benennen Sie Dinge, die Sie gut können und gerne machen und auch das, was Sie unbedingt noch sehen oder lesen wollen. Fragen Sie sich auch, welche Menschen möchte ich noch einmal treffen und wo möchte ich noch mitmischen?" Und schließlich noch: "Suchen Sie etwas wie ,Das ist verrückt, aber ich mache es'".
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