Wegen Dorferneuerung Viehberg und Kanalsanierung: Gemeinderat verabschiedet gegen CSU ...
Ammerthal braucht mehr Geld

Gemeinden erlassen einen Nachtragshaushalt, wenn sie zuvor nicht veranschlagte oder zusätzliche, erhebliche Ausgaben leisten müssen. Im Ammerthaler Vermögenshaushalt ist Anfang dieses Jahres dieser Fall eingetreten, wie Bürgermeisterin Alexandra Sitter-Czarnec und Kämmerer Michael Herdegen im Gemeinderat erläuterten.

Sanierung aufgeschoben

Es werden voraussichtlich Mehrkosten von 250 000 Euro für die Dorferneuerung Viehberg und 105 000 Euro für die Kanalsanierung anfallen. Gleichzeitig können im Vermögenshaushalt folgende geplante Einnahmen nicht realisiert werden: 15 000 Euro für Beiträge Kaiser-Heinrich- Straße und 200 000 Euro Verbesserungsbeiträge Wasserversorgung. Ein Teil des dadurch entstehenden Defizits von 570 000 Euro kann erreicht werden, indem die geplanten Sanierungsmaßnahmen im Rathaus (70 000 Euro; davon Hochbaumaßnahme 50 000, Tiefbau 20 000 Euro) nicht umgesetzt werden. Für den restlichen Bedarf von 500 000 Euro müsse man einen zusätzlichen Kredit aufnehmen, sagte die Bürgermeisterin. Das Gremium ist über die Lage zwar "nicht glücklich", wie es Stefan Koller (BFA) formulierte. Andererseits sei ein Nachtragshaushalt nicht unüblich, "vor allem, wenn man so früh wie wir den Haushalt im Gemeinderat behandelt haben", merkte Dr. Hans Lang (BFA) an.

CSU ist dagegen

Ganz anderer Ansicht waren die vier CSU-Vertreter, deren Sprecher Robert Weiß "von einem erheblichen Anstieg der Pro-Kopf Verschuldung" sprach. Und deshalb ankündigte: "Wir werden nicht zustimmen." So kam es dann auch. Trotzdem beschloss die Ratsmehrheit eine entsprechende Nachtragshaushalts-Satzung für 2015. Der Verwaltungshaushalt bleibt unverändert. Im Vermögenshaushalt werden die Einnahmen von bisher 1 554 750 Euro um 285 000 Euro auf nunmehr 1 839 750 Euro erhöht. Der Gesamtbetrag der Kreditaufnahme zur Finanzierung von Ausgaben und Vermögenshaushalt steigt von bisher 350 000 um 500 000 auf 850 000 Euro. Wie Kämmerer Michael Herdegen bekundete, erhöht sich dadurch die Pro-Kopf-Verschuldung von rund 1049 auf etwa 1283 Euro: "Damit befinden wir uns Mittelfeld des Landkreises."
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