Weiden: Anschauliche Informationen bei Imker-Kreisversammlung
Gesunde Bienen trotz der Varroa-Milbe

Kreisvorsitzender Reinhold Ziegler (links) dankte dem "Bienenflüsterer" Fachberater Hans Dötterl für das anschauliche Referat zur Imkerei bei der Kreisversammlung. Bild: Dobmeier

Wenn die Altkönigin tütet und die Jungkönigin quäkt, aber auch wenn die Bienen im Zickzack-Flug den Stock verlassen, ist das ein Anzeichen für die baldige Schwarmzeit. Bei den Imkern gab's aber noch weitere wichtige Informationen.

Starke Bienenvölker, ausreichend Futter, eine junge Königin, Ablegerbildung sowie wenig Varroa-Milben sind der Schlüssel für erfolgreiche Imkerei. Davon ist zumindest Vorsitzender Reinhold Ziegler überzeugt, der zur Imker-Kreisversammlung im Schützenhaus Weiden, rund 70 Bienenzüchter begrüßte.

Ziegler warnte zur Vorsicht beim Zukauf von Völkern von unbekannter Herkunft, die zur Einschleppung des Beutelkäfers aus Italien führen können. Ein Gesundheitszeugniss beim Kauf über Landkreisgrenzen sei unbedingt nötig. Faulbezirke existieren noch im Raum Sulzbach-Rosenberg. In der Imkerglobalversicherung sind ab 2015 Bienenvölker, Ableger, mit Bienen besetzte Beuten und eingetragene Ernten in den Beuten deutlich höher versichert. Bienenhäuser, Wanderwägen, Freistände und imkerliches Inventar sind dagegen nicht mehr versichert. Zu empfehlen sind deshalb Zusatzversicherungen. Der Versicherungsschutz beginnt mit dem Formulareingang beim LVBI.

Die Imkerei gehört steuerlich zu Sonderkulturen. Bei bis zu 30 Völkern wird ab 2016 kein steuerlicher Ertrag angesetzt.

Fachberater Hans Dötterl aus dem Landkreis Tirschenreuth trat als Hauptreferent für hochwertige Honigproduktion ein, die sich auf dem Markt mit einem guten Preis bezahlt mache. Die Verluste durch die Varroa-Milbe habe der Imker selbst zu tragen. In Deutschland werden etwa 30 Prozent der Völker nach dem Winter absterben. Zu Saisonstart muss die Überprüfung auf den Gesundheitszustand hinsichtlich der Krankheiten Nosema, Ruhr und Kalbrut erfolgen. Prinzipiell gilt aber, die Völker im Frühjahr so wenig wie möglich zu stören.

Die Kontrollen zu Varroa-Milben-Befall sollten Anfang April, Juli und Oktober geschehen. Die Behandlung im Frühjahr und Frühsommer erfolgt durch Drohnenbrutentnahme. Sie reduziert erheblich den Befallsanstieg. Ergibt die Kontrolle im Juli mehr als fünf Milben pro Tag, muss unmittelbar mit der Sommerbehandlung begonnen werden.

Maßnahme bei starkem Varroabefall z.B. bei sichtbaren Brut- oder Bienenschäden ist die Entnahme aller verdeckelten Brutwaben. Sie werden vernichtet oder nach Schlupf der Bienen (Brutsammler) mit Milchsäure behandelt. Die Behandlung von brütenden Völkern im Sommer geschieht mit Ameisen- und Oxalsäure.

Bienen lungern rum

Auf die baldige Schwarmzeit deutet auch hin, wenn die Bienen auf dem Teppich am Flugloch herumlungern. Abends vor dem Schwärmen kann man ein Tüten (Altkönigin) und Quäken der Jungkönigin in den Zellen hören. Wenn eine Schwarmbildung erkenntlich wird, sollten die Zellen gebrochen werden. Dötter empfahl rechtzeitig den Kasten zu erweitern und Ableger von Völkern zu erstellen.
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