Weiden: Rückbau des "Falco-Hauses" startet am Montag
"Falco" weicht Neubau

Den Bestand erhalten, das Gebäude sanieren, energetisch optimieren und verschönern. Das war der ursprüngliche Plan von Michaela Wies, als sie das Anwesen Josef-Witt-Platz 2 im Jahr 2012 von Dr. Elisabeth Falco erwarb. Doch nun kommt es ganz anders.

Je eingehender Architekt Karlheinz Beer das "Falco-Haus" untersuchte, umso deutlicher wurde, dass das Anwesen nicht mehr zu retten, sondern ein Neubau nötig sein würde. Nach intensiver Vorbereitung beginnt am Montag der "Rückbau" des Anwesens, das auch dem Falco-Gasserl (von der Max-Reger- hinunter zur Johannisstraße) den Namen gibt.

Das Gebäude zur Rechten des westlichen Zugangs zur Max-Reger-Straße ist über 100 Jahre alt. Die Brandschutzvorgaben werden heute nur marginal erfüllt. Die statischen Mängel, die sich auch in Rissen an der Fassade und Decken zeigen, seien gravierend, betonen Bauherrin und Architekt. Das Haus in und am Damm des einstigen Siechenweihers ruhe wohl auf Eichenpfählen, die aber trotz intensiver Schürfungen noch nicht entdeckt wurden. Die nötige energetische Sanierung des Anwesens sprenge den wirtschaftlich vertretbaren Rahmen. Mit einem Neubau lasse sich auch die nötige Barrierefreiheit und damit eine wichtige Voraussetzung für die zukunftssichere Nutzung schaffen. Trotz intensiver Suche konnte der Experte des Landesamtes für Denkmalpflege keine erhaltenswerte Bauteile im Gebäude finden.

Blick zum Fischerberg

Der Neubau folgt auf einer Breite von 13.50 Metern der Max-Reger-Straße. Er reicht 34 Meter hinunter zur Johannisstraße. Aber nur noch gut zwölf Meter tief ist das Gebäude dann in den oberen Etagen. Im ersten und zweiten Obergeschoss sind Kanzlei- und Büroflächen vorgesehen. Darüber liegt eine 210 Quadratmeter große, zweigeschossige Wohnung, die mit ihrer 45 Quadratmeter großen Dachterrasse einen grandiosen Blick über die Naabwiesen und den Oberpfälzer Wald bietet. Die oberste Etage ist als Attika-Geschoss ausgebildet. Es ist auch an der Nordwest-Fassade eingezogen, so dass sich hier von einer schmalen Terrasse der Blick hinunter auf das bunte Treiben in die Max-Reger-Straße öffnet.

Michaela Wies setzt bei ihrem großen Bauprojekt auf regionale Unternehmen. Sie vergibt den Abbruch an die Firma Renner aus Hirschau (bricht derzeit die Technikgebäude des Medienhauses "Der neue Tag" ab). Der Rückbau, so erklärt Architekt Beer, erfolge in zwei Phasen: Der Keller mit der alten Gründung bleibe zunächst noch erhalten, da für die Fundamente des Neubaus erst eine gut acht Meter tiefe Bohrpfahlwand in der Max-Reger-Straße sowie im Falco-Gasserl" eingebaut werden muss. Während der Bauarbeiten sichert ein Holztunnel (beleuchtet) die Fußgänger im Falco-Gasserl.

Heizen mit Erdwärme

Mit einer Tiefgarage (Zufahrt nahezu höhengleich mit der Johannisstraße) nutzen Bauherrin und Architekt das natürliche Gefälle von gut 3,60 Metern. Sie schaffen zugleich die Stellplätze für die Bewohner und Mitarbeiter des Hauses. Beheizen will die Investorin das Wohn- und Geschäftshaus mit Geothermie. Sie holt die Wärme über Sonden aus der Erde.

Das Gebäude soll im Frühjahr 2017 bezogen werden können. Ein denkwürdiges Datum, denn auch am anderen Ende der Max-Reger-Straße soll dann die große Eröffnung gefeiert werden: die von der Fondara-Stadtgalerie. Ebenso wie Architekt Beer betont Michaela Wies, dass ihr als Hausbesitzerin in der Max-Reger-Straße vor dieser Veränderung nicht bange sei. "Ich glaube an Weiden, und an die Max-Reger-Straße. Wenn ich hier ein Gebäude neu bauen will, dann mache ich das. Meine Investition ist unabhängig vom Bau des Einkaufszentrums."
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