Weiden schließt letzte Versorgungslücken
Schnelles Internet für alle

Bild: dpa

Bald flutscht es auf der Datenautobahn. Fast jeder Internetanschluss der Max-Reger-Stadt soll über das Standard-Tempo von mindestens 30 Mbit/Sekunde verfügen. Die Gelegenheit ist günstig.

Weiden schließt die letzten Versorgungslücken beim Internet. Die Kosten des Breitbandausbaus trägt zum Großteil der Freistaat: 590 000 Euro schießt er über ein Förderprogramm zu. Einstimmig trat der Stadtrat nun dafür ein, den Eigenanteil von geschätzten 150 000 Euro zu leisten. "Wir sind sehr gut erschlossen demnächst", befand Oberbürgermeister Kurt Seggewiß.

Den Ausbau mit Glasfasertechnik koordiniert das Netzwerk Corwese, für das Günther Pichlmaier zunächst die aktuelle Breitbandversorgung untersuchte. In weiten Teilen Weidens sorgen demnach Kabel Deutschland (bis zu 100 Mbit/Sekunde) oder die Telekom für Internet. Die Telekom baut derzeit - unter anderem in Rothenstadt - "Vectoring" aus, eine Technik, die ebenfalls bis zu 100 Mbit/Sekunde garantiert. Versorgungslücken stellte Pichlmaier in den Randbereichen fest: konkret in den Gewerbegebieten in Weiden-West und -Nord, in Wiesendorf, Mallersricht, Neubau, Almesbach, Tröglersricht, Muglhof, Matzlesrieth, Oedenthal und Trauschendorf.

Auf VDSL hochrüsten

Beispiel Gewerbegebiet Brandweiher: Für rund 30 000 Euro soll die Telekom das Internet "auf VDSL hochrüsten" - flächendeckend 30 bis 50 Mbit/Sekunde wären dann möglich. Die Gesamtkosten würden etwa 30 000 Euro betragen. Beispiel Mallersricht: Eine "schlechte DSL-Versorgung" mit weniger als 6 Mbit/Sekunde erkennt der Experte dort. Via Glasfasern sollen die Daten künftig ebenfalls mit bis zu 50 Mbit/Sekunde dorthin strömen. Gesamtkosten: 140 000 Euro. Ist aber auch höchste Zeit, dass etwas passiert. Das meint unter anderem Roland Richter. Beim Breitbandausbau "liegt Bayern hinter Japan und Korea. Da besteht erheblicher Nachholbedarf", erklärte der Genosse. Markus Bäumler (CSU) lobte die Initiative der Staatsregierung, die Weiden einen hohen Förderbetrag beschert, dagegen als "herausragende Geschichte".

Auch West IV versorgen

Dr. Christian Deglmann (Bürgerliste) forderte, das künftige Gewerbegebiet Weiden-West IV in die Ausbaupläne mit aufzunehmen. "Das könnte ein entscheidendes Kriterium für West IV sein", meinte auch Richter. Eine außerordentlich hohe Internet-Geschwindigkeit von 50 bis 100 Mbit/Sekunde forderte Bäumler für die geplanten neuen Gewerbeflächen.

Breitbandmanager Anton Hösl vom Amt für Digitalisierung, Breitband und Vermessung musste die Stadträte enttäuschen: Noch unbebaute Grundstücke seien beim Förderprogramm außen vor. Für OB Seggewiß stand dennoch fest: "West IV muss natürlich sehr gut mit Breitband versorgt werden."
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