Weiden sowie Landkreise Neustadt und Tirschenreuth wollen gemeinsame Anlage
Biogas befeuert Zusammenarbeit

Vorbild könnte die Biogasanlage des "Zweckverbandes Abfallwirtschaft Straubing Stadt und Land" sein. Sachbearbeiter der Stadt Weiden und des Landratsamtes Neustadt sahen sich dort im Oktober um. Jährlich 13 000 Tonnen Biomüll verwerten die Straubinger, zusätzlich bereiten sie 23 000 Tonnen Grüngut in der Kompostieranlage auf. Kostenpunkt: 11 Millionen Euro.

Eine Summe, von der sich Weiden sowie die Landkreise Neustadt und Tirschenreuth nicht schrecken lassen wollen. "Sie wollen zusammenarbeiten", betonte Leitender Rechtsdirektor Hermann Hubmann im Hauptverwaltungsausschuss. Warum nicht schon früher? Rainer Sindersberger (Bürgerliste) erklärte es mit dem Ende der Eigenkompostierung in den Landkreisen: Seit vergangenem Jahr sind sie gezwungen, Biomüll zu sammeln und gemeinsam zu verwerten. "Mit 8000 Tonnen Biomüll hätten wir Weidener allein die Anlage nicht betreiben können. Jetzt hätten wir weit über 15 000 Tonnen. Zusammen mit Essensresten und Abfällen aus Großbetrieben wären wir in einer rentablen Zone."

Stadtwerke warten ab

Reinhard Hese (SPD) geriet fast ins Schwärmen: "Die Idee passt genau zur Energiewende. (...) Toll, dass Stadt und Land jetzt bei einem größeren Projekt zusammenarbeiten." Eine gewichtige Rolle sollen auch die Stadtwerke spielen - doch die halten sich laut Hubmann zunächst raus. Verständlich, meinte Hese: "Sie klinken sich wieder ein, wenn die politischen Hausaufgaben gemacht sind." Hans Sperrer (CSU) zeigte sich verwundert: Seine Partei habe schon früh gefordert, mit dem Landkreis über eine Biogasanlage zu sprechen. "Unsere Anträge wurden zerredet. Ich sage jetzt nicht, von wem." Nun jedenfalls sei die Chance da, das Biogas "vor den Toren der Stadt" ins Gasnetz einzuspeisen und beim Freizeitzentrum Strom zu produzieren. "Wichtig ist die Standortfrage", meinte Gisela Helgath (Grüne): Die Anfahrtswege dürften aus Umweltgründen eigentlich nicht länger als 30 Kilometer sein.

Einstimmig fiel der Beschluss für den nächsten Schritt: Ein Fachbüro soll eine Projektskizze fertigen, die zur Ausschreibung und Vergabe der Machbarkeitsstudie nötig ist. Die Kosten von 4000 Euro sollen sich die drei Gebietskörperschaften teilen.
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