Weiden: Witt-Mitarbeiter entdecken Flüchtlinge im Lastwagen - tagelang ohne Nahrung
Fünf Tage ohne Essen

Die Polizei verlud die sechs Flüchtlinge in den Bus. Sie kamen in der Warenannahme von Witt Weiden an. Bild: blu
Wo bei Witt sonst eher Wäsche ankommt, wurden am Donnerstag Menschen angeliefert: In der Warenannahme des Textilhandelshauses im Gewerbegebiet Brandweiher entdeckten Mitarbeiter sechs Flüchtlinge auf einem Lastwagen.

Die syrischen Staatsbürger befanden sich auf einem Sattelschlepper, der für den Konzern Textilien und Schrauben anlieferte. Weidener Polizeibeamte und die Bundespolizei kümmerten sich um die volljährigen Männer. Diese sagten aus, dass sie in Izmir in der Türkei von Unbekannten auf den Laster geladen wurden. Auf einer Fähre gelangte der Lkw nach Triest und auf dem Landweg nach Weiden. Fünf Tage mussten die Männer in dem Wagen ausharren. Sie hatten zwei Kanister Wasser und kein Essen dabei, erzählt Dienstgruppenleiter Ralf Höllering von der Bundespolizei. Ihre Notdurft mussten sie in einen der leeren Wasserkanister verrichten. "Wir haben erst einmal 13 Döner für die Männer gekauft", erzählt der Polizeihauptkommissar. Trotz der menschlichen Tragödie seien derartige Einsätze nichts ungewöhnliches mehr.

Dem Lkw-Fahrer mit bulgarischer Herkunft sei die Weiterreise gestattet worden. Wenn er von seiner menschlichen Fracht gewusst hätte, wäre er nicht bis zum Wareneingang gefahren, meint Höllering. Die Flüchtlinge wurden am selben Tag noch zur Erstaufnahmeeinrichtung nach Regensburg gebracht.
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