Weidener Firma KKB versucht schlechten Ruf der Branche zu widerlegen - Kunden vor allem ...
Zeitarbeit salonfähig machen

Dem schlechten Image der Zeitarbeit hat KKB-Niederlassungsleiter Johann Friedrich den Kampf angesagt. Bild: sbü
(sbü) Sie zählt zu den Großen bei der Zeitarbeit in der nördlichen Oberpfalz und will sich vom Negativimage der Branche absetzen: Die KKB - Kern Kompetenz Beruf GmbH beschäftigt mittlerweile 142 Zeitarbeitnehmer in dem Weidener Bürogebäude "Zur Drehscheibe 5".

Aufgrund mangelnder Informationen und einzelner bekannter Missbrauchsfälle würden Niederlassungsleiter Johann Friedrich zufolge die Vorurteile auf alle Zeitarbeitsfirmen übertragen. "Doch schwarze Schafe gibt es in fast allen Branchen", sagt er. Ganz oben in seiner Beweis-Liste für die Seriosität der KKB steht die Bezahlung seiner Arbeitnehmer. Zwar beginne in der niedrigsten Entgeltgruppe E1 der tarifliche Stundensatz tatsächlich mit 8,50 Euro. "Wir zahlen aber vom ersten Tag an mehr", sagt Friedrich. In allen Branchen, in denen seine Arbeitnehmer eingesetzt seien, gäbe es tarifvertraglich Branchenzuschläge. Und für elf Branchen seien solche Zuschläge verbindlich.

Mehr als zehn Euro

Ein Lagerarbeiter oder Staplerfahrer könne "ohne die zusätzlichen betrieblichen Prämien auf einen Stundenlohn von 14 Euro kommen". Branchenzuschläge erreichten nach siebenmonatiger Beschäftigungszeit oftmals schon 45 Prozent des Stundensatzes. Friedrich verweist außerdem darauf dass 70 Prozent seiner Beschäftigten Facharbeiter seien. Dort beginne die niedrigste Entgeltgruppe mit rund elf Euro plus Branchenzuschläge. "Kundenbetriebe zahlen oftmals ihren eigenen Arbeitnehmern weniger." Einem anderem Argument gegen Zeitarbeit - die häufig wechselnden Einsatzstellen - widerspricht Friedrich. Die Regel sei ein einziger Einsatzort und "80 Prozent werden ohnehin früher oder später vom Entleiher übernommen". "Schlecker-Fallgestaltungen" mit Ausgliederungen regulärer Beschäftigter in Zeitarbeitsfirmen seien zwischenzeitlich durch eine "tarifliche Drehtürklausel" ausgeschlossen. Sechs Monate lang dürfe ein Zeitarbeitnehmer nicht auf seinem früheren Arbeitsplatz eingesetzt werden. "95 Prozent der Einstellungen kommen aus der Arbeitslosigkeit", berichtet Friedrich und lobt die Arbeitsagentur Weiden. "Wir arbeiten ein, schulen und geben vielen eine neue Chance." Eine laut Koalitionsvertrag vorgesehene 18-monatige Höchstüberlassungsdauer bedauert Friedrich wegen "oftmals langer Einarbeitungszeiten". Und Ablösezahlungen bei Übernahmen durch den Entleiher seien von ihm noch nie in Rechnung gestellt worden.

Die KKB wurde als Zeitarbeitsunternehmen von den Gebrüdern Engel, Eigentümer der BHS Corrugated (Weiherhammer, Kreis Neustadt/WN) gegründet. "Wir sind aber eine eigenständige GmbH und die BHS ist nicht ,unser Kunde Nummer eins'", sagt der Niederlassungsleiter. Der Kundenschwerpunkt liege bei den Automobilzulieferern.

Fachkräftemangel

Die KKB sieht den zunehmenden Fachkräftemangel als Hauptgrund ihres Wachstums. Ihr Beschäftigtenanteil an der Zeitarbeitsbranche in der nördlichen Oberpfalz habe die Zehn-Prozent-Marke zwischenzeitlich leicht überschritten. Nach den Zahlen der Bundesagentur für Arbeit waren im Bezirk der Arbeitsagentur Weiden Ende 2013 mit 1350 Beschäftigten rund 100 Leiharbeitnehmer mehr im Einsatz als ein Jahr zuvor.
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