Weidener operieren ab Montag im modernsten Hybrid-OP der Oberpfalz
Im Bauch des Patienten

Die Pflegekräfte und Ärzte freuen sich, dass sie ab Montag im modernsten Hybrid-OP der Oberpfalz Dienst tun. Er ist einer von drei neuen Sälen im Klinikum Weiden und hat zwei Millionen Euro gekostet. Auf dem OP-Tisch liegt Prof. Dr. Clemens Bulitta, der an der OTH für Medizintechnik zuständig ist. Rechts der an einen Greifarm erinnernde Roboterarm, der nicht mehr per Hand wie bisher der C-Bogen über dem Patienten bewegt wird. Per "Joystick" kann er sehr exakt platziert werden. Bild: Wilck
Lokales
Weiden in der Oberpfalz
24.09.2014
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Das Wort Hybrid ist bisher eher aus der Auto-Branche bekannt: Wenn das Fahrzeug sowohl mit einem Verbrennungs- als auch mit einem Elektromotor ausgestattet ist. Am Weidener Klinikum gibt es jetzt auch einen Hybrid-OP. Mit Automotoren hat der weniger zu tun. Trotzdem besteht eine Verbindung.

Das Klinikum nimmt in diesen Tagen drei neue OP-Säle in Betrieb, darunter einen in der Oberpfalz einzigartigen Hybrid-OP. Er ist mit modernster Bildgebungstechnologie ausgestattet, und zwar mit einer Angiographieanlage (Darstellung von Blutgefäßen) und einem speziellen Computertomographen (Dyna-CT). Die Geräte sind an einem großen Roboterarm montiert und der stammt aus der Autoindustrie. Per Joystick kann ihn der Operateur oder das Assistenzpersonal sehr exakt platzieren.

Weniger Strahlung

Darüberhinaus "kennen" sich der OP-Tisch und die Röntgenmaschine, was die Bewegungen um den Patienten wesentlich erleichtert und Kollisionen unmöglich macht. Zusätzlich wird mit dieser Technologie erheblich Röntgenstrahlung eingespart.

Am Dienstagabend haben der technische Leiter der Kliniken AG, Georg Schmauß, und die beteiligten Chefärzte die neuen Säle vorgestellt. Treibende Kraft für die Einrichtung eines Hybrid-OP waren die Gefäßchirurgen mit Chefarzt Dr. Eberhard Müller, der in der kommenden Woche eine krankhaft erweiterte Bauchschlagader (Aneurysma) operieren wird. Bereits am Montag steht als erste OP im neuen Saal ein komplexer Bruch an der Wirbelsäule an. Im Schnitt werden dort künftig wohl drei Patienten am Tag operiert werden.

Neben den Gefäßchirurgen und Radiologen sowie der Klinik für Unfallchirurgie, Orthopädie und Handchirurgie nutzt künftig auch das Team der kardiologischen Klinik den OP-Saal. Dort können zum Beispiel komplexe Herzschrittmachersysteme implantiert werden.

Im "blauen Saal" nebenan, dem "integrierten OP", der mit seiner Ausstattung bisher weit und breit einmalig ist, berichtete der Chefarzt der Allgemeinchirurgie, Prof. Dr. Karl-Heinz-Dietl, dass er die sensationellen Bilder auf den Monitoren genauso vom OP-Tisch aus steuern kann wie das Licht. Der hochmoderne OP vermittelt ihm den Eindruck, dass er sich selbst im Bauch des Patienten befindet. "Nur operieren muss der Arzt dann noch selbst."

Tag der offenen Tür

Wer sich die neuen OP-Säle mal anschauen will, hat dazu am 8. November Gelegenheit, wenn das Klinikum zum Tag der offenen Tür einlädt.
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