Weihnachten im Felde 1914

Für Weihnachten 1914 sind viele Fälle eines "Weihnachtsfriedens" an der Front überliefert, vor allem zwischen Deutschen und Engländern. Aber auch mit den Franzosen kam es stellenweise zu informellen Waffenstillständen.

So ist etwa für das in Bayreuth und Weiden aufgestellte Reserve-Infanterie-Regiment 7 überliefert: "Die französischen Infanteristen unternehmen an den Feiertagen sogar freundschaftliche Annäherungsversuche und kommen in dichten Scharen ohne Waffen vor die deutschen Gräben, um Zigaretten usw. einzutauschen. Ein paar daherpfeifende Schrapnells lassen jedoch schnell wieder alles in den Gräben verschwinden." Am Heiligen Abend selbst hatte das Regiment noch ziemliche Verluste durch französischen Artilleriebeschuss gehabt.

Das bayerische Infanterie-Regiment 6 aus Amberg machte die Erfahrung des Weihnachtsfriedens nicht. Es lag am 24. Dezember 1914 in dem umkämpften deutschen Frontvorsprung bei St. Mihiel. Der Schreiber der offiziellen Regimentsgeschichte empört sich: "Schlag 12 Uhr jagt der Franzose über die Stellung hinweg 150 schwere Granaten in die Stadt. Wie durch ein Wunder ist niemand verletzt worden. Hat man von dieser Rohheit bei uns zu Hause etwas gehört? Ja, wenn wir so gehandelt hätten! Ein Widerhall der Entrüstung wäre durch die deutschen Lande gegangen." (ll)
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