Weihnachtsparty gerettet
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Frank Höllriegl. Bild: fku
Weiden. (fku) Es hat noch keiner Party geschadet, wenn jemand dort eine gute Geschichte zu erzählen hat. Im Fall der Höllriegl-Weihnachtsparty, alljährlich am 25. Dezember, handelt sie sogar von der Feier selbst. Dramatische Wendungen, unerwartete Helden und Happy End inklusive. Hach, wie aufregend.

Dumm nur, dass Veranstalter Frank Höllriegl die Spannung rausnimmt und gleich einmal mit dem glücklichen Ende beginnt: Die Feier wird auch dieses Jahr über die Bühne gehen. Wie schon seit 1973. Traditionsreicher Kult eben. Nur war das heuer gar nicht so sicher. Denn der eigentliche Feierplatz, die Mehrzweckhalle, kam diesmal ja nicht infrage: Sie ist Notunterkunft für Flüchtlinge.

Halb so wild, dachte Höllriegl zunächst. Es wird ja noch Alternativen geben. Zwar waren Vereinshaus oder Max-Reger-Halle am ersten Weihnachtsfeiertag nicht verfügbar. Aber: Unter den vielen Hundert Besuchern der Höllriegl-Party ist ja auch ein Stammgast, der bei der Universalbau GmbH arbeitet und mit einer Idee ankam: Das Unternehmen besitzt die Halle der früheren Batteriefabrik Sonnenschein hinterm Brandweiher. Höllriegl besah sich den Ort, befand ihn für gut, unterschrieb den Vertrag und verkündete die Lösung im Internet. Da hatte er freilich die Rechnung mit dem Planungsrecht nicht gemacht.

Denn die Halle steht in einem Industriegebiet. Dort sind derart große Veranstaltungen wie die Weihnachtsparty eigentlich nicht möglich. Das erklärte ihm auch die Stadtverwaltung bei einem ersten Gespräch. Dabei hatte Höllriegl da schon den Vorverkauf gestartet.

Entsprechend groß war die Aufregung im Internet - aber auch die Hilfsbereitschaft. Höllriegl erreichten x Vorschläge für andere Orte. "Bis Erbendorf rauf" habe er Alternativen geprüft. Aber ohne etwas Passendes zu finden. Drama!

Die Rettung kam dann von unerwarteter Seite. Von der Verwaltung selbst. Die Untere Bauaufsichtsbehörde startete eine Einzelfallprüfung. Ergebnis: Trotz Industriegebiet ist eine Ausnahme möglich. Als sich dann auch noch bei einem Ortstermin keine Bedenken in puncto Sicherheit ergaben, bekam Höllriegl in dieser Woche grünes Licht. Die Genehmigung gilt für bis zu 700 Gäste. Da habe die Stadt im besten Sinne nicht nur für ihn, sondern auch für die Bürger gearbeitet, lobt er.

Genau genommen sogar für mehr als nur für die Bürger der Reger-Stadt. Im Vorverkauf hatten sich ja auch schon frühere Weidener aus Spanien oder Frankreich gemeldet, die auch zu den Stammgästen zählen. Für sie und die anderen will Höllriegl nun einen Shuttle-Service einrichten, der möglichst vom "Kir Royal" zur Halle in der Dr.-Müller-Straße 26 fahren soll. Im "Kir" (6 Euro) und an der Abendkasse (8 Euro) gibt's auch noch Karten. Die Feier selbst beginnt am Freitag, 25. Dezember, um 21 Uhr. Zu hören, verspricht Höllriegl, gibt's den altbewährten Musikmix. Und natürlich auch eine gute Geschichte.
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