"Welcome" im Grenzland

Das Auge fällt zunächst auf die Würfel, wenn (von rechts) Agenturchef Andreas Staible, Welcome-Center-Beraterin Dr. Marta Potuznikova und Teamleiter Bernhard Knauer diese in den Händen halten. Die Würfel begrüßen Besucher des Welcome-Centers im Berufsinformationszentrum der Arbeitsagentur. Bild: sbü
Lokales
Weiden in der Oberpfalz
09.11.2015
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Diesmal geht es nicht um Flüchtlinge, sondern generell um in- und ausländische Arbeitskräfte. Die Arbeitsagentur Weiden profitiert von der Nähe der tschechischen Grenze, denn nur dort werden so genannte "Welcome-Center" eingerichtet. Ihr Aufgabenkatalog enthält mehr als nur Arbeitsvermittlung und Beratung.

(sbü) Seit drei Monaten werden an sieben Standorten im böhmisch-bayrischen Grenzland "Welcome-Center" aufgebaut. Weiden und seine Arbeitsagentur sind dabei, ebenfalls Hof, Cham, Deggendorf und Passau auf deutscher, sowie Karlsbad und Pilsen auf tschechischer Seite. Gefördert wird die Beratungsstelle aus dem "Eures-Förderprogramm der EU" Bayern-Tschechien vorerst bis Anfang 2017 .

Agenturvorsitzender Andreas Staible informierte über den aktuellen Stand des Aufbaus und die Aufgaben. Ausgangspunkt war, dass immer mehr tschechische Arbeitskräfte, überwiegend als Grenzpendler, auf deutscher Seite arbeiten, sagt Staible. Derzeit seien dies alleine im Bezirk der Arbeitsagentur Weiden schon deutlich mehr als 2000, im gesamten bayrischen Grenzraum sogar 12 500 .

Und das Beratungsbedürfnis nehme weiter zu. Monatlich zähle alleine Arbeitsagentur Weiden über 50 tschechische Arbeitnehmer, die sich für eine Tätigkeit auf deutscher Seite des Grenzlands interessierten. Staible spricht auch von dem "Glücksfall" , dass mit Dr. Marta Potuznikowá und Zdenka Forsterová zwei perfekt deutschsprechende Mitarbeiterinnen mit tschechischer Muttersprache gewonnen werden konnten.

Dr. Marta Potuzniková erläuterte ihre Aufgabenstellung. Zwar bestehe der Schwerpunkt "Tschechische Republik", dennoch stehe die Beratungsstelle allen in- und ausländischen Arbeitskräften zur Verfügung." Wer sich für eine Arbeitnehmertätigkeit in der nördlichen Oberpfalz interessiert, sollte zu uns kommen, sagte die neue Mitarbeiterin der Arbeitsagentur. Für Asylbewerber und Flüchtlinge seien allerdings andere, ganz speziell ausgerichtete Berater und Beraterinnen, vorgesehen.

Auch für Betriebe

Staible und Marta Potuzniková bieten die Dienstleistung der neuen Beratungsstelle auch für Arbeitgeber an, insbesondere für kleine und mittelgroße Betriebe. "Bewerber von auswärts" können sich über alle wichtigen Fragen im Zusammenhang mit einer Tätigkeit in der nördlichen Oberpfalz informieren. Der Themenkreis, über den informiert wird , umfasst ganz generell "Leben und Arbeiten in der nördlichen Oberpfalz".

Bei ausländischen Interessenten stehe zunächst das deutsche Sozial- und Arbeitsrecht im Vordergrund. Es kann auch über Berufsperspektiven, Infrastruktur, Fortbildungsmöglichkeiten bis hin zu Freizeitangeboten informiert werden. Lang ist die Aufzählung der Beratungsfelder mit den Überschriften "Leben", "Arbeiten" und "Unternehmen". Insgesamt soll dazu beigetragen werden, dass "eine Willkommenskultur geschaffen wird, um die Region für Fachkräfte attraktiv zu machen", sagten die Agenturvertreter.

Berichtet wurde auch über erste Einsatzfelder bei Berufsmessen in Karlsbad und Pilsen und von US-Amerikanern mit Beratungsbedarf. Geplant sei auch ein Willkommenspaket. Das Welcome-Center soll eng mit Eures-Beraterin Maria Probandt zusammenarbeiten. Um alle Informationsbereiche abdecken zu können, müsse erst ein Netzwerk mit Partnern entwickelt werden. Das Ziel: die qualifizierten Fachkräfte nicht nur zu gewinnen, sondern ihnen auch langfristige Perspektiven in der Region anzubieten.
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