Weltmeister? Warum nicht

Andi Dreitz bereitet sich aufs Zeitfahren in Weiden vor. Hier testete er nochmals sich und sein Material für den ersten Saisonhöhepunkt am Samstag. Bild: wüw

Spätestens am Samstag endet die Triathlon-Winterpause. Beim Ironman 70.3 Mallorca starten auch viele Sportler aus der Region ihre Saison. Sogar der Topfavorit reist aus Nordbayern auf die Insel.

Im Vorjahr reichte Andreas Dreitz das Rennen auf Mallorca, um vom Geheimtipp zum Weltklasseathleten zu werden. Für die Titelverteidigung testete der Bayreuther auch beim Zeitfahren in Weiden. Dort nahm er sich Zeit für ein Gespräch mit unserer Zeitung.

Herr Dreitz, am Samstag starten Sie auf Mallorca als Titelverteidiger beim größten Ironman 70.3 Europas. Mit welchem Zielen gehen Sie ins Rennen?

Andi Dreitz: Ganz klar: Ich möchte meinen Titel verteidigen. Die Voraussetzungen sind gut, die Strecke liegt mir und die Form passt.

Das Rennen zählt zu den bestbesetzten auf der Mitteldistanz. Wer sind ihre Hauptkonkurrenten?

Dreitz: Es ist schwer, einen hervorzuheben. Spontan fallen mir Michael Raelert, der Spanier Ivan Rana und der Schweizer Ruedi Wild ein. Allerdings gibt es eine Reihe weiterer Starter, deren Sieg keine Überraschung wäre. Ich konzentriere mich aber auf mich selbst, mache mein Ding.

Wie lief ihre Vorbereitung?

Dreitz: Durchwachsen. Einerseits habe ich ihm Januar so gut trainiert wie nie. Andererseits hat mich das Pfeiffersche Drüsenfieber den ganzen Februar gekostet. Ich konnte sechs Wochen nichts machen, war im März bei weniger als null. Inzwischen passen die Trainingsergebnisse wieder. Kleine Probleme in der Vorbereitung gehören dazu, ich und mein Partner haben einen langfristigen Fokus.

Wie sieht der Plan für den Rest des Jahres aus?

Dreitz: Mein Höhepunkt soll die 70.3-WM im August werden. Mit Zell am See ist die WM in diesem Jahr erstmals in Europa. Zuvor werde ich Ende Mai/Anfang Juni zwei Rennen in den USA bestreiten. Und außerdem setze ich auf die drei arabischen Rennen der Challenge-Triple-Crown. (Anmerkung: Der Veranstalter der Challenge Roth holt mit hohen Preisgelder künftig ein extrem starkes Starterfeld zu drei Rennen auf die arabische Halbinsel)

Sie haben 2014 einen Start auf der Langdistanz geplant und kurzfristig verworfen. Wieso gibt es auch 2015 kein langes Rennen?

Dreitz: Das liegt vor allem an der Triple Crown. Mit den drei Rennen hat die Challenge-Serie die Mitteldistanz extrem aufgewertet, nicht nur finanziell. Ich bin jung und habe Zeit für den Wechsel auf die Langdistanz. Wegen den neuen Mitteldistanz-Rennen in Dubai, Bahrain und Oman kann ich mir diese Zeit nun auch nehmen. Bei diesen Rennen möchte ich künftig angreifen.

Neben dem Sieg auf Mallorca katapultierte sie vor allem ihr Radweltrekord in Bahrain in den Fokus der Triathlonszene. (1:57:21 Stunden für 90 Kilometer). Was müsste 2015 passieren, damit sie zufrieden sind?

Dreitz: Ich möchte mich in allen Disziplinen verbessern. Im Schwimmen will ich in der ersten Gruppe aus dem Wasser gehen. Das habe ich manchmal schon geschafft, künftig soll es die Regel sein. Meine Trainingsergebnisse im Wasser waren zuletzt sehr gut. Im Laufen habe ich noch Potenzial bei den Trainingsumfängen. Mein Ziel ist es, dass ich einen kleinen Vorsprung nach dem Radfahren habe, um mir mit solide Laufleistung eine gute Chance zu geben, jede Mitteldistanz zu gewinnen. Auch auf dem Rad ist eine Steigerung möglich. Meine letzten Trainingsergebnisse waren auch hier besser als im Vorjahr. Ich habe viel an Sitzposition und Aerodynamik gearbeitet.

Trauen Sie sich den Sieg bei der WM in Zell am See zu?

Dreitz: Warum nicht? Die Radstrecke sollte mir liegen. Nicht nur wegen der Anstiege. Die Strecke ist verwinkelter und technisch anspruchsvoller als bei den bisherigen Weltmeisterschaften. Das sind Amerikaner und Australier nicht gewohnt. Dort führen die Strecken auf breiten Straßen nur geradeaus. Der Saisonaufbau wird die Richtung weisen.

Ihre Erfolge 2014 brachte ihnen auch einen neuen Radsponsor. Sie sind nun das Triathlon-Aushängeschild der US-Marke Cannondale. Bedeutet das mehr Druck?

Dreitz: Nein, mehr Motivation. Cannondale ist eine sehr prestigeträchtige Marke, wie Ferrari unter den Automarken. Es macht Spaß diese Marke zu repräsentieren, auch weil ich in den nächsten drei Jahren in die Entwicklung eingebunden bin.
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