Weltwunder geht am Gesäß vorbei

Sie sind in diesem Jahr 50 Jahre alt, die Wirtschaftsjunioren. Trotzdem sind sie immer noch bereit zu lernen. Dafür ließen sie sich von Gedächtnistrainer Markus Hofmann sogar die tonnenschwere Christusstatue von Rio auf die Füße stellen.

Das 50-jährige Jubiläum der Wirtschaftsjunioren macht 2015 zu einem besonderen Jahr. Es beinhaltet ein attraktives Programm, so den "merkwürdigen Abend" in der Volksbank mit Gedächtnistrainer Markus Hofmann, einem gebürtigen Nabburger. Merken, Festhalten und Lernen waren angesagt

Ob tatsächlich in jedem Menschen ein Superhirn steckt, wollten rund 80 Wirtschaftsjunioren bei ihrer Bezirksversammlung wissen. Mit Markus Hofmann, der als einer der prominentesten Gedächtnistrainer überhaupt gilt, hatte man sich dazu den richtigen Mann eingeladen. "Traut euch, kindlich in Bildern zu denken", startete der Hirnexperte in einen über zweistündigen Vortrag in den Räumen der Volksbank Nordoberpfalz. Dabei lernten die Zuhörer, sich systematisch neues Wissen anzueignen.

Austausch und Highlight

"Wir finden es toll, dass so viele junge Unternehmer und Führungskräfte aus der ganzen Oberpfalz der Einladung gefolgt sind und auch aktiv beim Gedächtnistraining mitmachen", zeigte sich Josef Maier als Kopf der gastgebenden Wirtschaftsjunioren Nordoberpfalz zufrieden. Die jährliche Zusammenkunft aller sieben Kreise der Jungunternehmer stehe nicht nur im Zeichen des Austauschs über Wirtschaft und Gesellschaft, sondern solle auch immer ein Highlight bieten, so Maier.

Alle Kreise begrüßte Ingo Keller, der Landesvorsitzende der Wirtschaftsjunioren. Bis auf einen. Den Landkreis Cham hatte er vergessen, Ein Zuruf war da hilfreich. Das nahm Markus Hofmann gleich zum Anlass, einzuhaken. "Nee, vergessen hatte er es nicht, er konnte es nur nicht abrufen, weil die Verknüpfung der Schlüsselbegriffe fehlte."

Tatsächlich lässt sich im Gehirn ein Grundraster einpflanzen, das gezielt verwendet werden kann. So ließen sich gleich zu Beginn alle mit körperlichem Einsatz dazu animieren, durch Gehirn-Jogging zu beweisen, dass der rechte Arm anders als der linke eingesetzt werden kann. Markus Hofmann, vielgereister Gedächtnistrainer ist Vorstandsmitglied der renommierten "German Speaking Association". Er brachte den Anwesenden mit ausgefeilten Memo-Techniken erstaunliche Informationsmengen in die Köpfe.

Nach dem Erlernen zweier weiterer einfacher Gedächtnistechniken konnten die Teilnehmer mühelos einen Mix aus 90 Fakten aus Geschichte, Kultur und Politik wiedergeben. "Die sieben Weltwunder der Neuzeit werde ich nun wohl genauso wenig vergessen wie die Namen von Personen aus meinem Geschäftsleben", berichtete ein begeisterter Teilnehmer. Denn: Die sieben Weltwunder der Moderne boten dafür hübschen Anschauungsunterricht.

Hofmann benutzt den menschlichen Körper als Projektionsfläche. Er stellt jedem im Unterrichtsraum der Volksbank die tonnenschwere Christusstatue von Rio auf die Füße, lässt das römische Kolosseum in den Kniescheiben kreisen, setzt die Ruinenstadt Machu Picchu auf die Oberschenkel, führt die Chinesische Mauer am Gesäß vorbei. Die verlassene Felsenstadt Petra in Jordanien saust um die Hüften und das indische Grabmal Taj Mahal ruht auf der Brust, die Maya-Ruinen von Chichen-Itza lasten auf den Schultern und alles ist im Kopf verankert. Dieses Raster hilft Schülern bei der Klausur, dem Verkäufer beim Kundengespräch und dem Redner vor Publikum. Jedoch geht nichts ohne Training.

Über den Tellerrand

Vorstandssprecher und Hausherr Gerhard Ludwig meinte, dass es sich lohne, sich im Kreis der Wirtschaftsjunioren zu engagieren. Florian Rieder von der IHK lobte die Wirtschaftsjunioren dafür, dass sie auch über den Tellerrand blickten.
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