Wende im Schleuserprozess gegen Tschetschenen
Alle Fünf geständig

(ca) Überraschend haben am Freitag auch die beiden noch übrigen Angeklagten im Schleuserprozess am Landgericht Weiden ein Geständnis erklären lassen. Es kam zu einem Deal. Die Strafkammer hat Haftstrafen von 3 bis 4,5 Jahren in Aussicht gestellt.

Vor einer Woche war die "Mauer des Schweigens" eingebrochen. Dabei hatten drei der fünf Angeklagten nach Verständigungsgesprächen Geständnisse abgelegt. Zuvor war die Anklage um ein Drittel eingedampft worden. Das Verfahren war abgetrennt worden. Am 21. Juli sind die Plädoyers, am 22. Juli die Urteile geplant: vormittags für die drei, nachmittags für die zwei Angeklagten.

Damit verkürzt sich das Verfahren - bislang 31 Prozesstage - erheblich. Die Verhandlung am Freitag hätte das Gericht ohnehin gestrichen: wegen Fastenbrechen des Ramadan, den die Angeklagten einhalten. Einblick in die kaukasische Volksseele bekam das Gericht diese Woche auf ungewöhnliche Weise: Verlesen wurden abgehörte Telefonate mit aufschlussreichem Inhalt. (Seite 27)
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