Weniger Weihnachtsgeld

Im Haushalt der Kliniken AG klafft eine finanzielle Lücke. Schließen müssen diese die Beschäftigten, die nach Haustarif bezahlt werden. Außen vor bleiben die Ärzte. Das führt zu Unmut über die Gerechtigkeitslücke.

Die gute Nachricht: Die Kliniken Nordoberpfalz AG kann am Ende des Jahres eine schwarze Null schreiben, kann also ein Defizit für 2014 verhindern. Die schlechte Nachricht: Neben ihrer Arbeitsleistung trägt der Großteil der Angestellten dazu bei, indem er einfach auf Geld verzichtet, auf 0,8 Prozent des Jahresbruttoeinkommens. Die Einbußen summieren sich im Unternehmen insgesamt auf 670 000 Euro.

Für jeden Beschäftigten, der nach Tarif öffentlicher Dienst bezahlt wird, bedeutet dies bei Vollzeit, dass er im Schnitt auf 250 bis 300 Euro verzichten muss. Umgesetzt wird dies bei der Jahressonderzahlung, wie das Weihnachtsgeld offiziell heißt. Es kommt in diesen Tagen zur Auszahlung. Vorstand Josef Götz und Personal-Chef Martin Neuhaus erläutern den Mitarbeitern das Vorgehen in einem Rundschreiben. Darin wird allerdings nicht erklärt, warum die Ärzte keinen Beitrag leisten müssen, um das Loch im Haushalt zu stopfen. Eine Gerechtigkeitslücke, die zu Unmut führt. Die Ärzte haben mit dem Marburger Bund ihre eigene Interessenvertretung. Neuhaus, der selbst auch betroffen ist, bedauert die Situation. Er verweist aber darauf, dass die äußeren Rahmenbedingungen im Krankenhausbereich immer mehr zu einer Unterfinanzierung der Krankenhäuser führten.

Trotz des hohen Engagements der Beschäftigten lasse die wirtschaftliche Lage keinen Verzicht auf den sogenannten Mitarbeitereinbehalt zu. In den vergangenen fünf Jahren, so Neuhaus, habe man die Regelung nur einmal anwenden müssen. Und 2010 sei es sogar zu einer, wenn auch geringen, Gewinnausschüttung gekommen. Andere Vorteile: Der Haustarif verhindere, dass zum Beispiel Wirtschaftsdienste ausgegliedert werden. Zudem seien betriebsbedingte Kündigungen nicht möglich.
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