"Wer sich aufmacht, wird belohnt"

Die Maria-Kulm-Initiative mit Vorsitzendem Herbert Baumann (vorne) dankte für ein Vierteljahrhundert Wallfahrt. Den Gottesdienst feierte Regionaldekan Direktor Manfred Strigl (Mitte, am Altar) zusammen mit Monsignore Andreas Uschold (links am Altar) und Kaplan Dr. Thomas Hösl. Bilder: Dobmeier (2)

Der Fall des Eisernen Vorhangs erlaubte vieles, was lange undenkbar schien. Auch Wallfahrten nach Maria Kulm sind seit 25 Jahren wieder möglich. Zum Jubiläum dankte die zugehörige Initiative mit einem großen Fest.

Es waren viele Erlebnisse, die Wallfahrten im zurückliegenden Vierteljahrhundert brachten. Dafür dankte die Maria-Kulm-Initiative bei einem zweisprachigem Festgottesdienst in der Kirche St. Josef, den Regionaldekan Direktor Manfred Strigl, Monsignore Andreas Uschold und Kaplan Dr. Thomas Hösl zelebrierten. Gekommen waren auch Ehrengäste aus dem Egerland. Den musikalischen Part gestaltete Brigitte Träger mit Liedern wie "Singt heilig unserm Gott" und "Liebe ist wie ein wildes Wasser". An der Orgel begleitete sie Thomas Bertlshofer.

Kreuz mit Geschichte

Im Gottesdienst zu sehen war auch ein Kreuz, das die letzten Wallfahrer aus dem Egerland im Jahr 1934 in St. Quirin zurückgelassen hatten. Dieses Kreuz hatte auch die kleine Gruppe dabei, die vor 25 Jahren die unterbrochene Fußwallfahrt aus der Oberpfalz zum einstmals so bekannten westböhmischen Wallfahrtsort auf der Kulmer Höhe nahe Falkenau wiederbelebte. "Wir spürten den Beginn eines großen Wagnisses in ein unbekanntes Land, in unbekannte Geschichte, in eine unbekannte Sprache", schilderte Herbert Baumann, Vorsitzender der Maria-Kulm-Initiative, die Ereignisse. "Wir ahnten nur im Nebel, dass sich hinter den Menschen auch ein Glaube verbirgt, der ans Licht gehoben werden wollte." Rasch stießen die Wallfahrer auf Entgegenkommen, Gastfreundschaft, Liebenswürdigkeit und die Bereitschaft, selbst aufzubrechen in unsere Heimat, um sich gegenseitig im Glauben zu stärken.

"Wer wach ist und sich aufmacht, den belohnt das Leben", sagte Festprediger Strigl. "Für Gott ist nichts unmöglich." Dazu brauche es ein Gnadenbild, Zeichen der Worte und Wertschätzung. "Gott kann jedem Leben eine unerhoffte Wendung geben - und eine Tür geht auf."

Aufbruchsstimmung

Beim anschließenden Festabend im Pfarrheim berichtete Baumann von der Aufbruchsstimmung nach dem Fall des Eisernen Vorhangs und den Begegnungen mit Menschen, die über Zweifel und Durststrecken hinweg halfen. Geistlicher Beirat Pfarrer i. R. Andreas Uschold sprach von der notwendigen gegenseitigen Unterstützung über die Wallfahrt hinaus und dankte für die segensreiche Zusammenarbeit.

Oberbürgermeister Kurt Seggewiß, wie seine Gattin Maria selbst Maria-Kulm-Fußwallfahrer, nannte die Kontakte von Weiden nach Maria Kulm auf Glaubensebene eine große Bereicherung für das kulturelle Leben der Stadt und der Umgebung. Bürgermeister Miroslav Hruza dankte für die Hilfen bei der Erneuerung der Wallfahrtskirche sowie der beiden Kapellen in Maria Kulm. Vorsitzender Josef Döllner vom Förderverein unterstrich, dass die Bemühungen aus Weiden wesentlich zum Aufleben des Wallfahrtsortes beitrugen.

Irmgard Baumann zeigte Bilder aus dem Egerland, die in der Zeit nach der Grenzöffnung entstanden waren. Fremdenverkehrsdirektor Dr. Miroslav Vidlak aus Falkenau stellte seine Idee eines "Marienweges" vor. Dieser soll die wichtigen marianischen Orte in Tschechien, Österreich und Bayern mit Maria Kulm als Mittelpunkt verbinden. Der Abend, zu dem weit mehr Gäste als erwartet gekommen waren, klang aus mit dem zweisprachig gesungenen Lied "Gottes guter Segen sei mit euch".
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