Wer teilt, fährt besser

Auf diese Idee würden (von links) Simone Schaller und Veit Wagner von der Lokalen Agenda 21 abfahren: Klaus Breindl erläutert das Carsharing-System. Rechts Peter Schönberger, Vorsitzender der Katholischen Erwachsenenbildung. Bild: R. Kreuzer

Der Verkehr nimmt zu. Dabei ist ein deutsches Auto durchschnittlich weniger als eine Stunde am Tag unterwegs. Weniger Autos, die mehr fahren - das ist die Idee hinter "Carsharing".

Autos teilen - wie funktioniert das? Antworten lieferte ein Vortrag zur Ausstellung "Modellvorhaben im Städtebau", zu dem die Agenda 21 und die Katholische Erwachsenenbildung ins Foyer des Neuen Rathauses eingeladen hatten. In Zeiten steigender Verkehrszahlen und zunehmender Mobilitätskosten besteht bereits in vielen Kommunen und einigen Landkreisen die Möglichkeit des Carsharing. Klaus Breindl vom Verein Carsharing Vaterstetten arbeitet in dem Ort nahe München erfolgreich am Aufbau dieses Systems. Im Gründungsjahr 1992 begann er mit fünf Mitgliedern. Heute sind es 318.

Die Besonderheit: Es handelt sich um ein breites ehrenamtliches Engagement. "So ermöglicht es allen, die sich beteiligen wollen, ein eigenes Auto oder ein Zweitauto abzuschaffen oder erst gar nicht anzuschaffen." Die wesentlichen Komponenten, nach den Worten des Referenten: hohe Verfügbarkeit, Nähe zur Wohnung, einfacher Zugang. Carsharing sei aktiver Umwelt- und Klimaschutz. "Jedes Carsharing-Auto ersetzt vier bis acht private Pkw. Teilnehmer fahren weniger mit dem Auto und mehr Fahrrad und ÖPNV", sagte Breindl.

Er bestätigte, dass das ein Auto in Deutschland durchschnittlich weniger als eine Stunde am Tag gefahren werde und die durchschnittliche Fahrleistung aller Wagen 12 600 Kilometer beträgt. "Weniger Autos werden intensiver genutzt, sie reduzieren den Rohstoff-, Wasser- und Energieverbrauch." Es gebe auch weniger parkende Autos, der Parkdrucks in der Gemeinde gehe zurück. Das System biete eine breite Fahrzeugpalette: Kleinwagen, Limousine, Kombi, Bus, Transporter.

Beiträge legen Grundstock

Wie Carsharing genau abläuft? Eine Einlage werde gefordert: für den Kauf von Autos und als Sicherheit. Der Verein in Vaterstetten nimmt einen einmaligen Obolus für die Einrichtungskosten und einen laufenden Mitgliedsbeitrag für Ausgaben des Vereins. Dazu gebe es einen Kilometer- und einen Zeitpreis. "Klar, Carsharing funktioniert umso besser, je mehr mitmachen", befand Breindl. "Aller Anfang ist schwer. Ob das in Weiden geht, wird sich zeigen."
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